/ 03.06.2013
Jean-Philippe Kohl
Zentralisierung der sozialpolitischen Kompetenzen in der EU. Eine politisch-ökonomische Analyse
Chur/Zürich: Verlag Rüegger 1996 (Wirtschaftswissenschaftliches Zentrum der Universität Basel, WWZ-Beiträge 25); IV, 184 S.; 50,20 DM; ISBN 3-7253-0563-3Wirtschaftswiss. Diss. Basel; Erstgutachter: S. Borner, Zweitgutachter: J. Sommer. - Die Entwicklung der Sozialpolitik in der Europäischen Union zeigt die zunehmende Verlagerung der Regelungskompetenzen von der nationalen zur supranationalen Ebene. Diese Konsequenz ist nicht zwingend, denn die ökonomische Integration erfordert nicht automatisch auch eine politische. Aus diesem Zusammenhang entwickelt Kohl die zentrale Frage seiner Dissertation: "Was sind die Gründe, die zu einer Zentralisierung der Regulierungskompetenzen in diesem sozialpolitischen Teilbereich führen?" (1)
Ökonomische Analysen leiten in der Mehrzahl her, daß diese Kompetenzverlagerung Ineffizienzen zur Folge hat. Deswegen versucht Kohl mit einer politisch-ökonomischen Analyse eine andere Erklärung für diese Zentralisierung zu finden. Vor allem sei das "Problem der politischen Durchsetzbarkeit sozialpolitischer Regulierungsvorhaben auf der nationalen Entscheidungsebene" (158) verantwortlich für die Verschiebung, so sein Ergebnis.
Die Arbeit wird ergänzt durch einen Teil, der sich mit den Folgerungen für die Schweiz beschäftigt.
Jule Endruweit (JE)
Dipl.-Politologin.
Rubrizierung: 3.5 | 2.5
Empfohlene Zitierweise: Jule Endruweit, Rezension zu: Jean-Philippe Kohl: Zentralisierung der sozialpolitischen Kompetenzen in der EU. Chur/Zürich: 1996, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/3419-zentralisierung-der-sozialpolitischen-kompetenzen-in-der-eu_4498, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 4498
Rezension drucken
Dipl.-Politologin.
CC-BY-NC-SA