/ 05.06.2013
Franziska Strobusch / Boris Terpinc (Bearb.)
Zum Beispiel Altkleider
Göttingen: Lamuv 1999 (Süd-Nord Lamuv Taschenbuch 261); 140 S.; 16,- DM; ISBN 3-88977-544-6Wer Altkleider spendet, schlägt gleich zwei Fliegen mit einer Klappe: Sein Gewissen sagt ihm, daß er etwas Gutes für die Armen in Afrika getan hat und gleichzeitig ist er den "Plunder" los. Tatsächlich ist das Sammeln von Altkleidern keineswegs ein rein karitativer Akt und auch seine Konsequenzen für die Entwicklungsländer sind alles andere als entwicklungsfördernd. Dies sind in Kurzform die Thesen der Autoren. Lediglich zehn Prozent der Altkleider werden an Bedürftige abgegeben, der Rest wird in hiesigen Secondhand-Läden verkauft. Nur die zweite und dritte Wahl gelangt in Länder der Dritten Welt und wird dort meist für gutes Geld verkauft, mit negativen Folgen für die dortige Kleiderindustrie, aber hübschen Profiten für die Sammelorganisationen in den entwickelten Ländern. Unter dem Strich finanzieren somit nach Meinung der Autoren die Entwicklungsländer die sozialen Dienste in den Industrieländern mit. Das schmale Buch enthält jedoch keine systematische Analyse, sondern wirft bestenfalls Schlaglichter auf ein sehr unbekanntes Thema.
Walter Rösch (WR)
M. A., Politikwissenschaftler.
Rubrizierung: 4.44 | 2.67
Empfohlene Zitierweise: Walter Rösch, Rezension zu: Franziska Strobusch / Boris Terpinc (Bearb.): Zum Beispiel Altkleider Göttingen: 1999, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/8625-zum-beispiel-altkleider_11356, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 11356
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M. A., Politikwissenschaftler.
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