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/ 22.06.2013
Aref Hajjaj

Angekommen in Deutschland. Der Preis der Integration

Berlin: Lit 2010 (Biographien zur Zeitgeschichte 4); 138 S.; 24,90 €; ISBN 978-3-643-10772-5
Der Titel lässt einen biografischen Bericht vermuten, der interessant hätte werden können – der Autor wurde in Jaffa im damaligen britischen Protektorat geboren, wuchs in Beirut und Kuwait auf und zog dann zum Studium der Politikwissenschaft, Geschichte und des Völkerrechts nach Deutschland. Er arbeitete im Auswärtigen Amt als Übersetzer sowie als Dozent für Arabistik und interkulturelle Kommunikation. Seine – sicher vielfältigen – Erfahrungen als Einwanderer mit der deutschen Kultur und auch mit dem arabischen Blick auf die Deutschen hat er aber leider fiktional verarbeitet. Sein Alter Ego in diesem Buch ist eine Figur, die offensichtlich seiner eigenen Biografie nachempfunden ist. Hajjaj präsentiert ihn, sicher mit einer gehörigen Portion Selbstironie, als einen eitlen Nörgler, „der zwischen den beiden, im antagonistischen Verhältnis zueinander stehenden Kulturkreisen des Westens und der arabisch-islamischen Welt hin und her rennt“ (10) und erst im Alter erkennt, wie deutsch er trotz seiner arabischen Herkunft geworden ist. Die Geschichte ist zwar durchaus kurzweilig, durch ihre Verschiebung ins Fiktionale aber nicht so aussagekräftig wie eine Biografie es hätte sein können. Das mag man bedauern, zumal der Autor in klaren Worten den Blick auf gegenseitige Vorurteile und die daraus resultierenden Diskriminierungen freigibt.
Natalie Wohlleben (NW)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 2.352.3132.343 Empfohlene Zitierweise: Natalie Wohlleben, Rezension zu: Aref Hajjaj: Angekommen in Deutschland. Berlin: 2010, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/33300-angekommen-in-deutschland_39822, veröffentlicht am 10.05.2011. Buch-Nr.: 39822 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken
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