/ 21.06.2013
Aufgaben und Struktur der Bezirkstage und Räte der Bezirke in der DDR 1952-1990/91 am Beispiel des Bezirkes Cottbus
Eva Rickmers
Aufgaben und Struktur der Bezirkstage und Räte der Bezirke in der DDR 1952-1990/91 am Beispiel des Bezirkes Cottbus. Eine verwaltungsgeschichtliche Studie
Frankfurt a. M. u. a.: Peter Lang 2007 (Quellen, Findbücher und Inventare des Brandenburgischen Landeshauptarchivs 22); 295 S.; brosch., 51,50 €; ISBN 978-3-631-56361-8In diesem auf Archivdokumenten basierenden Nachschlagewerk biete Rickmers „Verständnishilfen“ (10) an, die bei der Deutung der historischen Vorgänge in der DDR hilfreich sein könnten, schreibt einleitend Klaus Neitmann, Direktor des Brandenburgischen Landeshauptarchivs, über die Arbeit seiner Mitarbeiterin. Sie erläutert den Aufbau und die Aufgabenverteilung in einem der Bezirke der DDR (die Anfang der 50er-Jahre die Länder abgelöst hatten). Bereits aus der Struktur der Cottbuser Ver...
Eva Rickmers
Aufgaben und Struktur der Bezirkstage und Räte der Bezirke in der DDR 1952-1990/91 am Beispiel des Bezirkes Cottbus. Eine verwaltungsgeschichtliche Studie
Frankfurt a. M. u. a.: Peter Lang 2007 (Quellen, Findbücher und Inventare des Brandenburgischen Landeshauptarchivs 22); 295 S.; brosch., 51,50 €; ISBN 978-3-631-56361-8In diesem auf Archivdokumenten basierenden Nachschlagewerk biete Rickmers „Verständnishilfen“ (10) an, die bei der Deutung der historischen Vorgänge in der DDR hilfreich sein könnten, schreibt einleitend Klaus Neitmann, Direktor des Brandenburgischen Landeshauptarchivs, über die Arbeit seiner Mitarbeiterin. Sie erläutert den Aufbau und die Aufgabenverteilung in einem der Bezirke der DDR (die Anfang der 50er-Jahre die Länder abgelöst hatten). Bereits aus der Struktur der Cottbuser Verwaltung lassen sich wichtige Aussagen ablesen: „Der Bezirkstag und der Rat des Bezirkes leiteten unter Wegfall der Gewaltenteilung und bei Überwiegen der exekutiven Aufgaben im Rahmen einer verstärkten Einflussnahme der Zentralgewalt die gesamte ökonomische, soziale und geistig-kulturelle Entwicklung in ihrem Territorium.“ (18) Konkret bedeutete dies, dass der Bezirkstag zwar formal als Volksvertretung das oberste Organ der Staatsmacht auf dieser Ebene war, gewählt alle fünf Jahre über die Einheitsliste. Das vollziehende und verfügende Organ des Bezirkstages war der Rat des Bezirks. Alle Entscheidungen von Rat und Bezirkstag wurden allerdings „vor der Beschlussfassung mit der SED-Bezirksleitung abgestimmt, und die Ratsmitglieder in wichtigen Positionen waren zugleich Mitglied der SED-Bezirksleitung“ (39). Eine der wichtigsten Positionen hatte der Sekretär des Rates inne, der die Arbeit aller Abteilungen koordinierte und kontrollierte. Er prüfte vor allem auch „die eingehenden Beschlussvorlagen inhaltlich und formal“ (197). Über das tatsächliche Zustandekommen der Beschlüsse sagen die von Rickmers ausgewerteten Akten nichts aus. Die Beschlüsse wurden kollektiv gefasst, „abweichende Meinungen traten nicht auf bzw. wurden nicht vermerkt“ (198). Ergänzt wird diese verwaltungsgeschichtliche Studie, die in ihrem engen Rahmen bleibt, durch einen umfangreichen Anhang über die leitenden Mitarbeiter der untersuchten Institutionen. Dokumentiert wird damit der typische Werdegang von Funktionären des DDR-Staatsapparates.
Natalie Wohlleben (NW)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 2.314
Empfohlene Zitierweise: Natalie Wohlleben, Rezension zu: Eva Rickmers: Aufgaben und Struktur der Bezirkstage und Räte der Bezirke in der DDR 1952-1990/91 am Beispiel des Bezirkes Cottbus. Frankfurt a. M. u. a.: 2007, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/28482-aufgaben-und-struktur-der-bezirkstage-und-raete-der-bezirke-in-der-ddr-1952-199091-am-beispiel-des-bezirkes-cottbus_33563, veröffentlicht am 07.04.2008.
Buch-Nr.: 33563
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Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
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