Skip to main content
/ 17.06.2013
Hans Hesse

Augen aus Auschwitz. Ein Lehrstück über nationalsozialistischen Rassenwahn und medizinische Forschung. Der Fall Dr. Karin Magnussen

Essen: Klartext 2001; 119 S.; brosch., 12,88 €; ISBN 3-89861-009-8
Als Magnussen 1941 am Berliner Kaiser-Wilhelm-Institut für Anthropologie menschliche Erblehre und Eugenik zu forschen beginnt, bedeutet das einen grossen Karrieresprung für die promovierte Biologie-Lehrerin aus Bremen. Sie widmet sich fortan der "Heterochromie", also der "störenden Anomalie" zweier unterschiedlich gefärbter Augen, die sie "heilen" will. Der Auschwitzer KZ-Arzt Josef Mengele, zu dem sie guten Kontakt pflegt, versorgt Magnussen mit Präparaten von an Menschenversuchen gestorbenen Sinti-Kindern mit heterochromen Augen. Magnussen arbeitet von 1950 bis 1970 erneut im öffentlichen Dienst - als Biologie-Lehrerin in Bremen. Ein in vielerlei Hinsicht interessanter deutscher Lebenslauf, von Hesse engagiert recherchiert und lebendig aufbereitet.
Kaspar Nürnberg (KN)
M. A., Historiker, Geschäftsführer des Vereins Aktives Museum, Berlin.
Rubrizierung: 2.312 Empfohlene Zitierweise: Kaspar Nürnberg, Rezension zu: Hans Hesse: Augen aus Auschwitz. Essen: 2001, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/15898-augen-aus-auschwitz_18172, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 18172 Rezension drucken
CC-BY-NC-SA