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/ 20.06.2013

Bedingungen der Aufklärung

Rainer Enskat

Bedingungen der Aufklärung. Philosophische Untersuchungen zu einer Aufgabe der Urteilskraft

Weilerswist: Velbrück Wissenschaft 2008; 687 S.; geb., 45,- €; ISBN 978-3-938808-06-1
Enskats konzeptioneller Ansatz besteht in der Feststellung einer „Dialektik der Aufklärung der praktischen Urteilskraft“ (644 f.). Dafür fragt er zunächst, was Aufklärung denn überhaupt ist und strukturiert seine Untersuchung in vier Fragen: Wodurch? Für wen? Worüber? Wozu? Am Anfang steht die Überlegung, ob Aufklärung durch Wissenschaft möglich bzw. trotz Wissenschaft noch nötig ist. Das Verhältnis von szientistischen Aufklärungsmodellen und seinen Klienten rückt er hier in den Mitt...
Rainer Enskat

Bedingungen der Aufklärung. Philosophische Untersuchungen zu einer Aufgabe der Urteilskraft

Weilerswist: Velbrück Wissenschaft 2008; 687 S.; geb., 45,- €; ISBN 978-3-938808-06-1
Enskats konzeptioneller Ansatz besteht in der Feststellung einer „Dialektik der Aufklärung der praktischen Urteilskraft“ (644 f.). Dafür fragt er zunächst, was Aufklärung denn überhaupt ist und strukturiert seine Untersuchung in vier Fragen: Wodurch? Für wen? Worüber? Wozu? Am Anfang steht die Überlegung, ob Aufklärung durch Wissenschaft möglich bzw. trotz Wissenschaft noch nötig ist. Das Verhältnis von szientistischen Aufklärungsmodellen und seinen Klienten rückt er hier in den Mittelpunkt. Enskat kommt zu dem Schluss, dass diese Modelle pragmatisch inkonsistent sind, da ihnen unüberwindbare Verfallsfaktoren innewohnen und dadurch Aufklärung durch Wissenschaft unmöglich wird. Dann geht es um die personale Dimension des Aufklärungsbegriffs. Der Blick auf die Klienten der jeweiligen Aufklärungskonzeptionen impliziert weitere Bedingungen, da Enskat von Laien ausgeht. So entsteht die weiterführende Frage, wodurch – wenn eben nicht durch Wissenschaft – Aufklärung möglich ist. Hier knüpft Enskat an Rousseau an und bestimmt die Urteilskraft als die Fähigkeit, um Aufklärung zu erreichen. Darauf aufbauend entfaltet er seine Konzeption der „Aufklärung der praktischen Urteilskraft“ (425 ff.) nach der er seine eingangs gestellten Fragen wie folgt beantwortet: Aufklärung ist möglich und nötig, und zwar durch die unablässige Kultivierung der praktischen Urteilskraft. Diese müsse für möglichst viele Bürger angestrebt werden und dabei auf das aus praktischen, also aus utilitären, rechtlichen, moralischen und politischen Gründen, Wissenswerte abzielen, so Enskat. Leider verliert er sich bei der Beantwortung seiner sehr anspruchsvollen Fragestellung in analytischen Umständlichkeiten, sodass oftmals nicht zu erkennen ist, wie er zu einigen Schlussfolgerungen kommt.
Sabrina Zucca (SAZ)
Dipl.-Politologin, Juristin, wiss. Mitarbeiterin, Institut für Politikwissenschaft, Helmut-Schmidt-Universität Hamburg.
Rubrizierung: 5.2 Empfohlene Zitierweise: Sabrina Zucca, Rezension zu: Rainer Enskat: Bedingungen der Aufklärung. Weilerswist: 2008, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/25935-bedingungen-der-aufklaerung_30157, veröffentlicht am 07.11.2008. Buch-Nr.: 30157 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken
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