/ 21.06.2013
Helmut Thielen
Befreiung im 21. Jahrhundert
Bad Honnef: Horlemann 2007; 334 S.; brosch., 19,90 €; ISBN 978-3-89502-229-6Thielen, der seit 1994 in Brasilien lebt, ist Soziologe und Ingenieur für Regionalplanung. Zugleich arbeitet er an einem Projekt namens „ICIBOLA“ mit, das sich für eine „lateinamerikanische bolivarianische Bürgergesellschaft“ einsetzt, und er ist seit langem aktiv in die Arbeit des Weltsozialforums involviert. Der Autor zählt zu den Kritikern der Globalisierung und plädiert für das Ende des Neoliberalismus und Kapitalismus. Stattdessen spricht sich er sich für ein rätedemokratisches System aus, wie es seit 2006 in Venezuela praktiziert wird. Dieses garantiere die größtmögliche Freiheit und solle mithilfe einer zivilen Revolution erreicht werden. Das oberste Ziel müsse es sein, „staatsbezogene linke Politik schrittweise überflüssig zu machen durch Schwächung und Auflösung der staatlichen Apparate und durch Übernahme historischer, staatlicher, vor allem ökonomischer und sozialer, Aufgaben in die autonome, das heißt staats- und kapitalfreie öffentliche Selbstorganisation und in die Selbstverwaltung der sozialen Bewegungen, Prozesse und der von ihnen autonom geschaffenen sozialen Institutionen“ (106). Positiv bewertet er den Prozess der Weltsozialforen, er bezeichnet sie als einen „Raum für die mundiale Zivilgesellschaft“ (197). Das Buch basiert zum Teil auf einer Vortragsreihe Thielens durch Deutschland, die von der Rosa-Luxemburg-Stiftung organisiert wurde.
Sabine Steppat (STE)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 2.2 | 2.22 | 2.65 | 4.3 | 4.43 | 5.42
Empfohlene Zitierweise: Sabine Steppat, Rezension zu: Helmut Thielen: Befreiung im 21. Jahrhundert Bad Honnef: 2007, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/26746-befreiung-im-21-jahrhundert_31201, veröffentlicht am 03.12.2007.
Buch-Nr.: 31201
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Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
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