/ 17.06.2013
Jörg K. Hoensch / Hans Lemberg (Hrsg.)
Begegnung und Konflikt. Schlaglichter auf das Verhältnis von Tschechen, Slowaken und Deutschen 1815-1989. Beiträge aus den Veröffentlichungen der Deutsch-Tschechischen und Deutsch-Slowakischen Historikerkommission
Essen: Klartext 2001 (Veröffentlichungen zur Kultur und Geschichte im östlichen Europa 20); 327 S.; brosch., 19,89 €; ISBN 3-89861-002-0Der Band fasst in einer repräsentativen Auswahl die Arbeitsergebnisse der ersten vier Konferenzen der Deutsch-Tschechischen und der Deutsch-Slowakischen Historikerkommission zusammen. Kurz nach dem Fall des Eisernen Vorhangs war bereits 1990 die Deutsch-Tschechoslowakische Historikerkommission gegründet worden, die sich nach der Aufspaltung der Tschechoslowakei in zwei Kommissionen trennte, wobei der deutsche Teil jedoch für beide gleich blieb. Die Kommissionen wollen sich nicht nur mit der schmerzlichsten Periode des deutsch-tschechoslowakischen Verhältnisses beschäftigen, sondern diese vielmehr in den breiteren Zusammenhang der Ära des Nationalismus stellen.
Inhalt: Rudolf Vierhaus: "Historisierung" als Gegenwartsbewältigung. Das Deutsch-tschechische Verhältnis 1918-1989 (13-21); Dieter Langewiesche: Frühliberalismus, Frühkonstitutionalismus und die Entstehung der "bürgerlichen Gesellschaft" in Deutschland (23-38); Jirí Koralka: Nationsbildung und nationale Identität der Deutschen, Österreicher, Tschechen und Slowaken um die Mitte des 19. Jahrhunderts (39-54); Hans Mommsen: Die mitteleuropäische Sozialdemokratie im Konflikt zwischen Internationalismus und nationaler Loyalität (55-70); Eduard Kubu: Die brüchigen Beziehungen: Die Weimarer Republik und die Tschechoslowakei (71-84); Stephan Dolezel: Grundzüge der reichsdeutschen Tschechoslowakei-Politik 1933-1938 - unter besonderer Berücksichtigung der Sudetendeutschen (85-94); Lubomír Lipták: Der "Krach" der tschechoslowakischen Staatsidee (95-101); Hans Lemberg: "München 1938" und die langfristigen Folgen für das Verhältnis zwischen Tschechen und Deutschen (103-118); Detlef Brandes: Nationalsozialistische Tschechenpolitik im Protektorat Böhmen und Mähren (119-136); Miroslav Kárný: Die tschechoslowakischen Opfer der deutschen Okkupation (137-146); Jörg K. Hoensch: Grundzüge und Phasen der deutschen Slowakei-Politik im Zweiten Weltkrieg (147-172); Volker Zimmermann: Der "Reichsgau Sudetenland" im letzten Kriegsjahr (173-190); Hans Lemberg: Die Entwicklung der Pläne für die Aussiedlung der Deutschen aus der Tschechoslowakei (191-205); Tomás Stanek: Vertreibung und Aussiedlung der Deutschen aus der Tschechoslowakei 1945-1948 (207-229); Jaroslav Kucera: Statistische Berechnungen der Vertreibungsverluste - Schlußwort oder Sackgasse? (231-244); Gemeinsame Deutsch-Tschechische Historikerkommission: Pressemitteilung vom 17.12.1996. Stellungnahme der Deutsch-Tschechischen Historikerkommission zu den Vertreibungsverlusten (245-247); Eva Hahn: Die Sudetendeutschen in der deutschen Gesellschaft: ein halbes Jahrhundert politischer Geschichte zwischen "Heimat" und "Zuhause" (249-270); Edita Ivanicková: Die Krise der Beziehungen der CSSR zur DDR im Zusammenhang mit der Intervention von 1968 (271-283); Radko Brach: Die Bedeutung des Prager Vertrags von 1973 für die deutsche Ostpolitik (285-304).
Walter Rösch (WR)
M. A., Politikwissenschaftler.
Rubrizierung: 4.2 | 2.3 | 2.62 | 4.42 | 2.31
Empfohlene Zitierweise: Walter Rösch, Rezension zu: Jörg K. Hoensch / Hans Lemberg (Hrsg.): Begegnung und Konflikt. Essen: 2001, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/15900-begegnung-und-konflikt_18174, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 18174
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M. A., Politikwissenschaftler.
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