/ 20.06.2013
Bekenntnisse eines Economic Hit Man
John Perkins
Bekenntnisse eines Economic Hit Man. Unterwegs im Dienste der Wirtschaftsmafia. Aus dem Englischen von Hans Freundl und Heike Schlatterer, VerlagsService Dr. U. Mihr
München: Riemann Verlag 2005; 383 S.; 19,- €; ISBN 3-570-50066-7Perkins erzählt, wie er von 1971 bis 1981 als Volkswirt bei einer Bostoner Beratungsfirma arbeitete. Dort erstellte er Länderprognosen über Entwicklungsmodelle und -chancen für die Weltbank und den IWF. Dabei sei er Teil eines vom US-Nachrichtendienst NSA (der sich tatsächlich nur mit dem Sichern, Sammeln und Auswerten elektronischer Kommunikation befasst) angeleiteten Netzwerks gewesen. Ziel des Netzwerks sei die Beförderung von „amerikanischem Imperialismus“ – dieses derzeit ...
John Perkins
Bekenntnisse eines Economic Hit Man. Unterwegs im Dienste der Wirtschaftsmafia. Aus dem Englischen von Hans Freundl und Heike Schlatterer, VerlagsService Dr. U. Mihr
München: Riemann Verlag 2005; 383 S.; 19,- €; ISBN 3-570-50066-7Perkins erzählt, wie er von 1971 bis 1981 als Volkswirt bei einer Bostoner Beratungsfirma arbeitete. Dort erstellte er Länderprognosen über Entwicklungsmodelle und -chancen für die Weltbank und den IWF. Dabei sei er Teil eines vom US-Nachrichtendienst NSA (der sich tatsächlich nur mit dem Sichern, Sammeln und Auswerten elektronischer Kommunikation befasst) angeleiteten Netzwerks gewesen. Ziel des Netzwerks sei die Beförderung von „amerikanischem Imperialismus“ – dieses derzeit ebenso populäre wie einträgliche Feindbild bildet das Leitmotiv des Bandes - durch die auf absichtlicher Täuschung basierende Vergabe unnötiger Großkredite gewesen. So habe er wider Willen als Economic Hit Man (EHM), also als bezahlter Attentäter auf Volkswirtschaften, zum Schaden u. a. Indonesiens und Kolumbiens fungiert. Die EHM-Behauptung, welche hier die dünnen und per se banalen Erinnerungen eines Ökonomen interessanter machen soll, wird weder belegt noch plausibel gemacht. Der politikwissenschaftliche Wert des nett geschriebenen und sehr gut übersetzten Bandes ist nahe Null. Nicht einmal Fans neomarxistischer Theorien vom „Strukturellen Imperialismus“ (J. Galtung 1972) dürften in den üblichen Topoi der Globalisierungskritik sowie der auf Klippschul-Niveau reduzierten Dauerwiederholung des Kerns ihrer Weltanschauung eine Bereicherung finden: Das Buch enthält neben sehr persönlichen Reflexionen und einfältigen Spekulationen des Autors sowie zahlreichen aus anderen Quellen entnommenen antiamerikanischen „Hintergrundinformationen“ in der Sache kein einziges neues Faktum.
Andreas Beckmann (AB)
M. A., Doktorand, Institut für Sozialwissenschaften, Bereich Politikwissenschaft, Universität Kiel.
Rubrizierung: 4.43 | 4.2
Empfohlene Zitierweise: Andreas Beckmann, Rezension zu: John Perkins: Bekenntnisse eines Economic Hit Man. München: 2005, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/23471-bekenntnisse-eines-economic-hit-man_26942, veröffentlicht am 25.06.2007.
Buch-Nr.: 26942
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M. A., Doktorand, Institut für Sozialwissenschaften, Bereich Politikwissenschaft, Universität Kiel.
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