/ 20.06.2013
Paul Ginsborg
Berlusconi. Politisches Modell der Zukunft oder italienischer Sonderweg? Aus dem Englischen von Friederike Hausmann
Berlin: Verlag Klaus Wagenbach 2005; 191 S.; 11,90 €; ISBN 3-8031-2497-2Einst verspottete das britische Magazin „Economist“ den italienischen Ministerpräsidenten als „Burlesquoni“. Berlusconi, der mitunter mehr durch Schönheitsoperationen von sich Reden macht als durch politische Inhalte, ein nicht ernst zunehmender Entertainer auf der politischen Bühne? Geradezu leidenschaftlich warnt der renommierte englische Historiker Ginsborg, Kenner der zeitgenössischen italienischen Geschichte, Berlusconi ein politisches Programm abzusprechen. So zeichnet Ginsborg nicht nur den Aufstieg Berlusconis zum Medienunternehmer und Ministerpräsidenten nach, wobei auch dessen Prozesse wegen Mafia-Verbindungen, Unterschlagung, Bestechung und Steuerhinterziehung zur Sprache kommen, sondern zeigt zudem, wie er durch die Verbindung von medialer, ökonomischer und politischer Macht seine politischen Ziele verfolgt, nämlich „in einem modernen demokratischen Staat eine persönliche charismatische Herrschaft zu etablieren“ (14). „Politisches Modell der Zukunft oder italienischer Sonderweg?“ Auf der Suche nach einer Antwort betrachtet Ginsborg die italienische Gesellschaft, Kultur und die politischen Traditionen, analysiert die ständig im Zwist liegende parlamentarische Opposition, die dem Programm Berlusconis nichts entgegenzusetzen hat. Doch eine eindeutige Antwort mag Ginsborg auf die von ihm im Untertitel gestellte Frage nicht geben.
Minouche Monaco (MM)
Rubrizierung: 2.61 | 2.24 | 2.1
Empfohlene Zitierweise: Minouche Monaco, Rezension zu: Paul Ginsborg: Berlusconi. Berlin: 2005, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/22519-berlusconi_25692, veröffentlicht am 25.06.2007.
Buch-Nr.: 25692
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