/ 21.06.2013
Peter Helmberger
Blauhemd und Kugelkreuz. Konflikte zwischen der SED und den christlichen Kirchen um die Jugendlichen in der SBZ/DDR
München: Martin Meidenbauer Verlag 2008 (Forum Deutsche Geschichte 16); 346 S.; pb., 49,90 €; ISBN 978-3-89975-658-6Geschichtswiss. Diss. HU Berlin; Gutachter: L. Herbst. – Die SED-Parteijugendorganisation FDJ, deren Mitglieder in blauen Hemden auftraten, und die Evangelische Jugend, deren Zeichen das Kugelkreuz ist, stehen im Titel der Studie stellvertretend für die Konkurrenz, die in der DDR um den Einfluss auf die Jugend herrschte. Helmberger schildert in chronologischer Anordnung diese jugendpolitischen Auseinandersetzungen zwischen der SED und den christlichen Kirchen. Die Schwerpunkte liegen auf der Situation der Jungen Gemeinden und der Studentengemeinden in der DDR sowie den Konflikten um die Jugendweihe und um Wehrpflicht und Wehrersatzdienst. Staatliche und kirchliche Akten bilden die Grundlage dieser Schilderungen. Im Ergebnis zeigt sich, dass die Kämpfe zwischen Staat und Kirche im Bereich der Jugendpolitik seit dem Mauerbau 1961 weniger heftig wurden und im Laufe der 70er-Jahre eine gespannte Ruhe einkehrte. Der Zulauf zu kirchlichen Jugendgruppen im Umfeld der Friedens- und Umweltbewegung in den 80er-Jahren belegte schließlich aber deutlich, dass neben der parteilich gelenkten Jugendarbeit auch normativ abweichende Lebensstile junger Menschen möglich waren, es also einen – wenn auch staatlicherseits ungewollten – sichtbaren gesellschaftlichen Pluralismus in der späten DDR gab.
Sebastian Lasch (LA)
M. A., wiss. Mitarbeiter, Institut für Politikwissenschaft, Universität Jena.
Rubrizierung: 2.314
Empfohlene Zitierweise: Sebastian Lasch, Rezension zu: Peter Helmberger: Blauhemd und Kugelkreuz. München: 2008, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/29137-blauhemd-und-kugelkreuz_34433, veröffentlicht am 24.06.2008.
Buch-Nr.: 34433
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M. A., wiss. Mitarbeiter, Institut für Politikwissenschaft, Universität Jena.
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