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/ 06.06.2013
Gertrud Koch (Hrsg.)

Bruchlinien. Tendenzen der Holocaustforschung

Köln/Weimar/Wien: Böhlau Verlag 1999 (Beiträge zur Geschichtskultur 20); 318 S.; brosch., 58,- DM; ISBN 3-412-07199-4
Hintergrund des interdisziplinären Bandes ist eine Essener Tagung vom Frühjahr 1997. Autoren sind überwiegend Historiker, aber auch Literaturwissenschaftler, Philosophen und andere Geisteswissenschaftler waren beteiligt. Es geht "nicht so sehr um die Sichtung der neuen historisch-empirischen Faktenlage, [...] sondern um die komplexe Gemengelage, die sich aus Wissen, Affekten und Vorstellungen von Vergangenheit und Gegenwart im Bewußtsein und in symbolischen Handlungsbezügen bereits mehrerer Generationen angelagert hat und ständig modifiziert wird" (9). Inhalt: I. Was war wie? Über das 'Wie' der Historik: Jörn Rüsen: Die Logik der Historisierung. Meta-historische Überlegungen zur Debatte zwischen Friedländer und Broszat (19-60); Dan Diner: Über Schulddiskurse und andere Narrative. Epistemologisches zum Holocaust (61-84); Jan Philipp Reemtsma: Tötungslegitimationen. Die mörderische Allianz von Zivilisation und Barbarei (85-103). II. Reflex und Reflektion: Fragile Spiegel: Saul Friedländer: Zwei jüdische Historiker in extremis: Ernst Kantorowicz und Marc Bloch angesichts des Nazismus und der Kollaboration (107-123); Anson Rabinbach: "Warum sind die Juden geopfert worden?" - Die Rolle des Antisemitismus in der "Dialektik der Aufklärung" (125-145); Geoffrey H. Hartman: Der Geist des Maurice Blanchot (147-161); Arnulf Zweig: Wittgensteins Schweigen (163-177). III. Verortungen: Robert Jan van Pelt / Debórah Dwork: Die verschlungene Straße in Auschwitz (181-200); Volkhard Knigge: Kultur und Ausgrenzung: Zur Geschichte des KZ Buchenwald auf dem Ettersberg bei Weimar (201-229); Gulie Ne'eman Arad: Der Holocaust in der amerikanisierten Erinnerung (231-252). IV. Der andere Schauplatz: Trauma, Fiktion, Erinnerung: Sigrid Weigel: Télescopage im Unbewußten. Zum Verhältnis von Trauma, Geschichtsbegriff und Literatur (255-279); Rolf Wiggershaus: Wahrheit tötet die Fiktion - mit Hilfe der Kunst. Diskrete Radikalität als Kriterium authentischer Kunst (281-293); Gertrud Koch: Handlungsfolgen: Moralische Schlüsse aus narrativen Schließungen. Populäre Visualisierungen des Holocaust (295-313).
Michael Dreyer (MD)
Prof. Dr., Institut für Politikwissenschaft, Universität Jena.
Rubrizierung: 2.352.312 Empfohlene Zitierweise: Michael Dreyer, Rezension zu: Gertrud Koch (Hrsg.): Bruchlinien. Köln/Weimar/Wien: 1999, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/8706-bruchlinien_12459, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 12459 Rezension drucken
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