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/ 18.06.2013
Michael von Prollius

Das Wirtschaftssystem der Nationalsozialisten 1933-1939. Steuerung durch emergente Organisation und Politische Prozesse

Paderborn u. a.: Ferdinand Schöningh 2003; 411 S.; geb., 51,- €; ISBN 3-506-76948-0
Diss. FU Berlin; Gutachter: H. Volkmann, W. Wippermann. - Das NS-Wirtschaftssystem war durch Widersprüchlichkeiten gekennzeichnet: Es gab einerseits konzeptlose, situativ bedingte wirtschaftspolitische Einzelentscheidungen, andererseits eine höchst effektive und erfolgreiche Wirtschaftspolitik mit einer zielgerichteten Umstrukturierung der Wirtschaft bereits in den ersten Wochen nach der Machtübernahme. Der Autor will diese Widersprüchlichkeit auflösen und entwickelt ein Modell, das beide Aspekte integriert. Dazu analysiert er die NS-Wirtschaft mit neueren Konzepten, insbesondere mit systemtheoretisch geprägten Ansätzen der neueren Managementlehre, die er mit geschichtswissenschaftlichen Ansätzen verbindet. Dadurch gelangt er zu einem neuen Typus von Wirtschaftssystem, dem Emergenz-Modell, in dem insbesondere auch politische Machtkämpfe eine wichtige Rolle spielen. Es soll die Komplexität der NS-Wirtschaft adäquat erfassen und zudem auf den gesamten NS-Staat übertragbar sein. Mit seinem Ansatz will der Autor zugleich verschiedene klassische wissenschaftliche Kontroversen zum Thema überwinden.
Silke Becker (BE)
Dipl.-Soziologin; freie Journalistin.
Rubrizierung: 2.312 Empfohlene Zitierweise: Silke Becker, Rezension zu: Michael von Prollius: Das Wirtschaftssystem der Nationalsozialisten 1933-1939. Paderborn u. a.: 2003, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/17923-das-wirtschaftssystem-der-nationalsozialisten-1933-1939_20685, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 20685 Rezension drucken
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