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/ 05.06.2013
Heinrich Wefing (Hrsg.)

"Dem Deutschen Volke" Der Bundestag im Berliner Reichstagsgebäude

Bonn: Bouvier Verlag 1999; 309 S.; geb., 49,80 DM; ISBN 3-416-02839-2
Von Wallots "prunkvollem Stil von so etwas wie einer neobarocken Hochrenaissance" (31) bis zu Fosters "ideologiefreiem Konstrukt der neunziger Jahre" (138) spiegelt sich im Berliner Reichstagsgebäude Kunstgeschichte ebenso wider wie die bewegten politischen Zeitläufte Deutschlands in den vergangenen 125 Jahren. Eingeleitet durch ein Begleitwort von Wolfgang Thierse und ein Vorwort von Rita Süssmuth beleuchtet dieser opulent mit historischen und exzellenten aktuellen Farbphotographien (Muhs) ausgestattete Band nicht nur alle Aspekte der Geschichte dieses Gebäudes, sondern nimmt sich immer wieder auch Zeit zum gelassenen Nachdenken über den Zusammenhang von Architektur und Politik. Obwohl keiner der Aufsätze als politikwissenschaftlich im engeren Sinne bezeichnet werden kann, bieten aus diesem Zusammenhang heraus praktisch alle Beiträge der durchweg profilierten Autoren Informationen und Einsichten, die für generell an Politik und Geschichte interessierte Leser ebenso wie für den wachen Politikwissenschaftler von Interesse sein sollten. Inhalt: I. Geschichtsraum und Gedächtnisort: Heinrich August Winkler: Vom Parlament zur parlamentarischen Demokratie. Über die Ungleichzeitigkeit der deutschen Verfassungsgeschichte (16-29); Tilmann Buddensieg: Das Reichstagsgebäude von Paul Wallot. Rätsel und Antworten seiner Formensprache (30-43); Gerhard Hahn: Für Bücher, Kinder, Wöchnerinnen. Reichstagsgebäude und Reichstagsbibliothek zwischen 1933 und 1945 (44-59); Dieter Bartetzko: Zwischen Pathos und Pragmatismus. Paul Baumgartens Umbau des Reichstagsgebäudes (60-77); Jörn Düwel / Werner Durth: Auf der Suche nach dem politischen Zentrum. Staatsarchitektur in der Hauptstadt der DDR (78-99); Wolfgang Kil: Das sympathische Experiment. Der Bonner Plenarsaal nach vierzig Jahren Streit über das Bauen für die Demokratie (100-113); Andreas Muhs: Bilder von der Baustelle (114-134). II. Rückkehr und Neubeginn: Heinrich Wefing: Abschied vom Glashaus. Die architektonische Selbstdarstellung der Bundesrepublik im Wandel (136-161); Amber Sayah: "Wir sind die Bauherren, wir übernehmen Verantwortung". Ein Werkstattgespräch mit Dietmar Kansy und Peter Conradi (162-179); Sir Norman Foster: Ein optimistisches Zeichen für ein modernes Deutschland. Über den Umbau des Berliner Reichstagsgebäudes (180-191); Michael S. Cullen: Streit um Symbole. Die Kuppel des Reichstagsgebäudes (192-209); Bernhard Schulz: Kosmos der Werte. Kunst in den Bauten des Deutschen Bundestages (210-225); Gerwin Zohlen: Neueinsatz und Spolien. Die Bauten des Deutschen Bundestages in Berlin rings um den Reichstag (226-245); Fritz Eller: Planen, bauen, überwachen. Über die Arbeit der Bundesbaugesellschaft in Berlin (246-251); Michael Z. Wise: Der fünfte Neuanfang. Ein Blick von außen auf den Reichstagsumbau (252-259); Andreas Muhs: Das neue Reichstagsgebäude. Ein Foto-Essay (260-303).
Andreas Beckmann (AB)
M. A., Doktorand, Institut für Sozialwissenschaften, Bereich Politikwissenschaft, Universität Kiel.
Rubrizierung: 2.312.32.321 Empfohlene Zitierweise: Andreas Beckmann, Rezension zu: Heinrich Wefing (Hrsg.): "Dem Deutschen Volke" Bonn: 1999, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/8559-dem-deutschen-volke_11284, veröffentlicht am 25.06.2007. Buch-Nr.: 11284 Rezension drucken
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