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/ 18.06.2013

Der Brand

Jörg Friedrich

Der Brand. Deutschland im Bombenkrieg 1940-1945

Berlin: Propyläen Verlag 2002; 592 S.; 13. Aufl.; 25,- €; ISBN 3-549-07165-5
Die „Leideform" (543) des alliierten Bombenkriegs gegen die Bevölkerung des Dritten Reichs erklärt der Berliner Historiker Friedrich so ausdrucksstark, dass sein Buch den emotionalen Eindruck eines Romans hinterlässt. Dabei ist er weit davon entfernt, die Deutschen in ihrer Gesamtheit als unschuldige Opfer darzustellen. Friedrich lässt an der Auslösung des Bombenkriegs durch deutsche Angriffe auf England überhaupt keinen Zweifel. Dennoch hat sein Buch in der deutschen und englischen Öffentlichke...
Jörg Friedrich

Der Brand. Deutschland im Bombenkrieg 1940-1945

Berlin: Propyläen Verlag 2002; 592 S.; 13. Aufl.; 25,- €; ISBN 3-549-07165-5
Die „Leideform" (543) des alliierten Bombenkriegs gegen die Bevölkerung des Dritten Reichs erklärt der Berliner Historiker Friedrich so ausdrucksstark, dass sein Buch den emotionalen Eindruck eines Romans hinterlässt. Dabei ist er weit davon entfernt, die Deutschen in ihrer Gesamtheit als unschuldige Opfer darzustellen. Friedrich lässt an der Auslösung des Bombenkriegs durch deutsche Angriffe auf England überhaupt keinen Zweifel. Dennoch hat sein Buch in der deutschen und englischen Öffentlichkeit für Aufsehen gesorgt: Ist es zulässig, die Deutschen nicht nur als Täter, sondern auch als Opfer wahrzunehmen? Friedrichs Antwort ist wiederum eindeutig, denn die alten Menschen, Frauen und Kinder, die bombardiert wurden, hatten seiner Ansicht nach persönlich keine Schuld auf sich geladen, die den Bombenterror vielleicht hätte rechtfertigen können. Geschildert wird aber nicht nur die genaue Strategie der Alliierten, die Funktionsweise der Bomben und der grauenhafte Tod in den Feuerstürmen der Städte. Friedrich zeigt, dass der Bombenkrieg militärstrategisch schon allein durch die hohen Verluste an alliierten Piloten und die erreichten Ergebnisse - die nicht kriegsentscheidend gewesen seien - verfehlt gewesen sei. Das Ziel, die Moral der deutschen Bevölkerung in Grund und Boden zu bomben, sei zudem überhaupt nicht erreicht worden. Insgesamt lässt der Autor keinen Zweifel an der unnötigen Inhumanität und der auch in einem Krieg ungerechtfertigten Zerstörungswut eines Bombenkriegs. Denn gewonnen hätten die Alliierten den Krieg nicht aus der Luft, sondern am Boden. Inhaltsübersicht: Waffe: Der Zielanflug; Der schwere Bomber; Radar; Die Crew. Strategie: Der Weg in das Moral Bombing; Der Weg zum Rhein. Land: Der Norden; Der Westen; Der Süden; Der Osten. Schutz: Die Zuflucht im Gewölbe; Heimatfront; Die Fürsorge; Evakuierte: Wir: Schlechte Stimmung, gute Haltung; Vergeltung. Ich: Die Sensorik; Die Emotion; Erleben. Stein: Das Unbewegliche; Der Transport; Die Bücher.
Natalie Wohlleben (NW)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 2.312 Empfohlene Zitierweise: Natalie Wohlleben, Rezension zu: Jörg Friedrich: Der Brand. Berlin: 2002, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/19341-der-brand_22478, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 22478 Rezension drucken
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