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/ 21.06.2013

Die Bildungsausgaben der Schweiz im intranationalen und internationalen Vergleich

Rita Nikolai

Die Bildungsausgaben der Schweiz im intranationalen und internationalen Vergleich

Berlin: dissertation.de 2007; 356 S.; 53,- €; ISBN 978-3-86624-256-2
Diss. Heidelberg; Gutachter: M. G. Schmidt, U. Wagschal. – Die Autorin untersucht die Ursachen für die im internationalen Vergleich bemerkenswert hohen öffentlichen Bildungsausgaben in der Schweiz. Dies geschieht in zwei Analyseschritten: im intranationalen Vergleich der Kantone und im internationalen Vergleich, der die Bildungsausgaben der Schweiz in einen Quer- und Längsschnitt und einen integrierten Quer- und Längsschnittvergleich mit den übrigen OECD-Mitgliedstaaten einbettet. Die Basi...
Rita Nikolai

Die Bildungsausgaben der Schweiz im intranationalen und internationalen Vergleich

Berlin: dissertation.de 2007; 356 S.; 53,- €; ISBN 978-3-86624-256-2
Diss. Heidelberg; Gutachter: M. G. Schmidt, U. Wagschal. – Die Autorin untersucht die Ursachen für die im internationalen Vergleich bemerkenswert hohen öffentlichen Bildungsausgaben in der Schweiz. Dies geschieht in zwei Analyseschritten: im intranationalen Vergleich der Kantone und im internationalen Vergleich, der die Bildungsausgaben der Schweiz in einen Quer- und Längsschnitt und einen integrierten Quer- und Längsschnittvergleich mit den übrigen OECD-Mitgliedstaaten einbettet. Die Basis bilden dabei die Theorien der vergleichenden Wohlfahrtsstaatsforschung. Nikolai erklärt anhand verschiedener Schlüsselvariablen die Höhe und Entwicklung der öffentlichen Bildungsausgaben: Dazu zählt sie das Politikerbe, den wirtschaftlichen Entwicklungsstand, die demografische Bildungsnachfrage, die Staat-Markt-Arbeitsteilung, die Konkurrenz der Bildungspolitik zu anderen kostenintensiven Politikfeldern sowie die Finanzierungsbedingungen in föderalen Systemen. In einem geschichtlichen Rückblick zeigt die Autorin, dass die Mechanismen der direkten Demokratie die Höhe der öffentlichen Bildungsausgaben in den Schweizer Kantonen durchaus bremsen können. Gleichwohl bietet der interkantonale Vergleich weitere Erklärungsfaktoren, welche die überdurchschnittlich hohen öffentlichen Bildungsausgaben der Schweiz begründen können: hohe Löhne und hohe Personalkostenanteile, ein relativ hoher privater Bildungsausgabenanteil für die berufliche Bildung, die Regierungsbeteiligung christdemokratischer Parteien, die expansiv auf die Bildungsfinanzen wirken, aber auch der frühe Ausbau der lokalen Bildungspolitik, der die Schweiz im Unterschied zur Sozialpolitik zu einem Pionier der staatlichen Bildungspolitik gemacht hat. In einem Ausblick auf die mögliche künftige Entwicklung der Bildungsausgaben angesichts der demografischen Alterung der Gesellschaft wird nach Einschätzung der Autorin das Bildungsbudget langfristig sinken, zumal das wahlpolitische Gewicht der Bildungsnachfrager gering ist. Verteilungwettkämpfe um knappe Mittel sind so durchaus wahrscheinlich.
Burkard Steppacher (BKS)
Prof. Dr., Konrad-Adenauer-Stiftung; Forschungsinstitut für Politische Wissenschaft und Europäische Fragen, Universität zu Köln (http://www.jeanmonnetchair.uni-koeln.de/index.php?id=252).
Rubrizierung: 2.52.263 Empfohlene Zitierweise: Burkard Steppacher, Rezension zu: Rita Nikolai: Die Bildungsausgaben der Schweiz im intranationalen und internationalen Vergleich Berlin: 2007, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/28311-die-bildungsausgaben-der-schweiz-im-intranationalen-und-internationalen-vergleich_33333, veröffentlicht am 12.08.2008. Buch-Nr.: 33333 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken
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