/ 22.06.2013
Sandra Seubert / Peter Niesen (Hrsg.)
Die Grenzen des Privaten
Baden-Baden: Nomos Verlagsgesellschaft 2010 (Schriftenreihe der Sektion Politische Theorien und Ideengeschichte in der Deutschen Vereinigung für Politische Wissenschaft 16); 268 S.; 39,- €; ISBN 978-3-8329-5228-0In diesem Band geht es um eine der großen Dichotomien des politischen Denkens seit der Antike: den Gegensatz von Öffentlichkeit und Privatheit. Beide Begriffe sind facettenreich, höchst umkämpft und ihre Grenzziehung war immer wieder Gegenstand politischer und gesellschaftlicher Auseinandersetzungen. Die Autoren dieser Aufsatzsammlung nehmen sich dem bisher in der Theorie eher Vernachlässigten beider Begriffe an und setzen sich zum Ziel, „die Frage der Grenzziehung und Grenzverschiebung einmal primär aus der Perspektive des Privaten in den Blick zu nehmen“ (10). Den vierzehn Texten, hervorgegangen aus Vorträgen auf einer Tagung der Sektion „Politische Theorien und Ideengeschichte“ in der Deutschen Vereinigung für Politikwissenschaft im März 2008, ist eine ausführliche Einleitung der Herausgeberin vorangestellt. In ihr wird das Verhältnis von Öffentlichkeit und Privatheit in den Blick genommen. Diese Einleitung versteht sie nicht nur als Problemaufriss, sie gibt darin auch einen informativen und kompakten Überblick über die Ideengeschichte und Entwicklung des Privatheitsbegriffs. Die Autoren der Beiträge spannen den Bogen von der ideengeschichtlichen Einordnung und normativen Begründung des Privaten über die Perspektiven der Sozialkritik hin zu aktuellen Auseinandersetzungen über Privatheit in der Konsum- und Mediengesellschaft. Konkret angegangen werden Fragen zur Zukunft der Familie, zur Organentnahme und zur Bürgerschaft in Zeiten des Internets. Trotz der Themenvielfalt liegt der Schwerpunkt des Bandes auf der Diskussion über die „Grenzen des Privaten“ aus der Sicht des politischen Liberalismus und die Reichweite liberaler Staatskonzepte. Die Herausgeber werden mit diesem stellenweise unbefriedigend redigierten Band ihren Zielsetzungen gerecht und bieten auch mit der Thematik unvertrauten Lesern einen angemessenen Überblick über die vielfältige Verwendung des Privatheitsbegriffs.
Anne Junger (AJ)
Politikwissenschaftlerin, Doktorandin, Universität Freiburg.
Rubrizierung: 5.1 | 5.42 | 5.43
Empfohlene Zitierweise: Anne Junger, Rezension zu: Sandra Seubert / Peter Niesen (Hrsg.): Die Grenzen des Privaten Baden-Baden: 2010, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/32324-die-grenzen-des-privaten_38571, veröffentlicht am 23.06.2010.
Buch-Nr.: 38571
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Politikwissenschaftlerin, Doktorandin, Universität Freiburg.
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