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/ 17.06.2013
Jean-Michel Chaumont

Die Konkurrenz der Opfer. Genozid, Identität und Anerkennung. Aus dem Französischen und Amerikanischen von Thomas Laugstien

Lüneburg: zu Klampen Verlag 2001; 359 S.; hardc., 34,- €; ISBN 3-934920-05-5
Unmittelbar nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges hatten sich die jüdischen Opfer noch geschämt - so der Autor -, weil sie als passive Opfer galten, die nicht in der Résistance waren. Erst später entwickelte sich eine radikale Aufwertung dieses Opferstatus, insbesondere auf das Betreiben von Elie Wiesel, was unter anderem auch zu der bis jetzt vertretenen Auffassung der Einzigartigkeit des damaligen Geschehens führte. Bis heute finden hinter den Kulissen ähnliche Konflikte und Kämpfe zwischen verschiedenen Opfergruppen um die Anerkennung ihres Leidens statt. Das Buch zeichnet diesen Konflikt und seine Ursachen nach - allerdings über weite Strecken auf die französischen und amerikanischen Verhältnisse bezogen - und entwickelt Lösungsvorschläge, die diese "Konkurrenz der Opfer" überwinden helfen. Inhaltsübersicht: I. Die Zeit der Scham (1945-1967): 1. Entwürdigung und Vergeltung: das Zeugnis von Simone Veil; 2. Zeitgenössische Reaktionen. II. Die Zeit des Ruhms (1967-...): 3. "Ein glorreiches Kapitel unserer ewigen Geschichte"; 4. Im Zentrum der Singularitätsdebatte. III. Die Dilemmata der Anerkennung: 5. Was ist ein Genozid?; 6. Schäbigkeit, Scham und Größe: Mechanismen der Nicht-Anerkennung; 7. Die Einzigartigkeit des Gedenkens und das neue Verhältnis zur Geschichte.
Silke Becker (BE)
Dipl.-Soziologin; freie Journalistin.
Rubrizierung: 2.352.312 Empfohlene Zitierweise: Silke Becker, Rezension zu: Jean-Michel Chaumont: Die Konkurrenz der Opfer. Lüneburg: 2001, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/15677-die-konkurrenz-der-opfer_17879, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 17879 Rezension drucken
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