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/ 19.06.2013
Gabriele Michalitsch

Die neoliberale Domestizierung des Subjekts. Von den Leidenschaften zum Kalkül

Frankfurt a. M./New York: Campus Verlag 2006 (Politik der Geschlechterverhältnisse 23); 170 S.; kart., 24,90 €; ISBN 978-3-593-37510-6
Neoliberales Denken verändere die Ökonomie, Politik und Gesellschaft und mache dabei auch vor dem Individuum nicht Halt, schreibt die an der Wirtschaftsuniversität Wien lehrende Autorin. Der Neoliberalismus erfordere einen neuen Menschen: den homo oeconomicus. Michalitsch betrachtet den Neoliberalismus primär „als Projekt der Formierung von Subjektivität, als Dispositiv der Zurichtung des Menschen, als Etablierung eines Selbst-Entwurfs“ (15). Die Autorin untersucht die Veränderungen, denen das Subjekt in einer Zeit unterworfen ist, in der sich ökonomische Prinzipien in allen Lebensbereichen durchsetzen. Die heute implizit an den Einzelnen gestellte Forderung, Unternehmer seiner selbst zu sein, deutet sie als Prozess der Bändigung und Kontrolle des Subjekts und seiner Leidenschaften, als einen Prozess, der auch die Geschlechterverhältnisse neu definiere – in diesem Kontext spricht sie von der „neoliberalen Geschlechterformation“ (101). In theoretischer Hinsicht stützt sich Michalitsch auf den Poststrukturalismus.
Sabine Steppat (STE)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 2.22.275.42 Empfohlene Zitierweise: Sabine Steppat, Rezension zu: Gabriele Michalitsch: Die neoliberale Domestizierung des Subjekts. Frankfurt a. M./New York: 2006, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/20696-die-neoliberale-domestizierung-des-subjekts_24140, veröffentlicht am 25.06.2007. Buch-Nr.: 24140 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken
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