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/ 17.06.2013
Martin Dietzsch / Alfred Schobert (Hrsg.)

Ein "jüdischer David Irving"? Norman G. Finkelstein im Diskurs der Rechten - Erinnerungsabwehr und Antizionismus

Duisburg: DISS 2001; 110 S.; 14,- €; ISBN 3-927388-76-9
Der größte Teil des Buches besteht aus einer Kompilation von Zeitungsartikeln, Karikaturen, Rezensionen und ähnlichen Reaktionen auf Finkelsteins Buch zur Holocaust-Industrie aus dem Spektrum der extremen Rechten. Aufgenommen wurden Beiträge aus den einschlägigen rechtsextremen und rechtsradikalen Zeitungen, aus Organen militanter und neonationalsozialistischer Organisationen sowie aus dem Umfeld geschichtsrevisionistischer und antisemitischer Gruppen. Es wird dadurch ein Diskurs dokumentiert, der im publikatorischen Mainstream nur schwer zugänglich ist. Insofern erfüllen die Herausgeber eine wichtige Funktion für die Aufarbeitung der kontroversen Rezeption von Finkelsteins Thesen und haben sich wissenschaftliche Meriten verdient. Was über den Dokumententeil zu sagen ist, gilt allerdings nicht für den einleitenden Artikel von Schobert. Darin geht es nicht um eine textkritische Einordnung, sondern um eine Verurteilung des Autors. Finkelstein mache "sich über [Eli] Wiesel lustig" (8) und betreibe sein Anliegen in "schrillen Tönen" (8). Die Herausgeber behaupten, dass "Finkelsteins Berufung auf Hannah Arendt erschlichen" (9) sei. "Finkelstein ist ein Jude, der kein Antisemit ist, der aber dennoch als Jude und nicht-Antisemit Antisemitismus befördert." (6) Bei diesem Fazit hätten die Herausgeber auch das Fragezeichen im Titel weglassen können.
Markus Lang (ML)
Dr., Politikwissenschaftler.
Rubrizierung: 2.352.312 Empfohlene Zitierweise: Markus Lang, Rezension zu: Martin Dietzsch / Alfred Schobert (Hrsg.): Ein "jüdischer David Irving"? Duisburg: 2001, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/15476-ein-juedischer-david-irving_17635, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 17635 Rezension drucken
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