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/ 12.06.2013
Michael Bayer / Gabriele Mordt

Einführung in das Werk Max Webers

Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften 2008 (Studienskripten zur Soziologie); 189 S.; brosch., 19,90 €; ISBN 978-3-531-15392-6
An einführender Literatur zu Leben und Werk Max Webers besteht kein Mangel. Die Hallenser Soziologen Bayer und Mordt legen ein weiteres Buch vor. In der Gliederung orientiert es sich wie üblich an den Abteilungen der Weber’schen Schriften: Religionssoziologie, Herrschaftssoziologie, Protestantische Ethik und Staatsdenken. Die methodologischen Arbeiten Webers kommen am Rande, die Biografie überhaupt nicht vor. Im Zugriff auf das Material bleibt die Studie nah an den Primärtexten, ohne sich explizit auf eines der Interpretationsangebote – vorgestellt werden die Ansätze von Hennis, Löwith, Mommsen – einzulassen. Mit den für die Politikwissenschaft besonders relevanten Texten zur Herrschaftstypologie und zum Staatsdenken wird der Leser umfangreich und differenziert bekannt gemacht. Die wichtige Frage nach dem Verhältnis zwischen Politik und Wissenschaft bei Max Weber beantworten die Autoren mit der Feststellung eines „engen Verweisungszusammenhanges“ (141) zwischen den soziologischen und den politischen Schriften. Der Dezisionismus Webers wird im Zusammenhang der Wissenschaftslehre deutlich herausgearbeitet. Auf eine Kontextualisierung der Weber’schen Schriften verzichten die Autoren leider weitgehend: Kann man gerade dieses Werk ohne den Kontext verstehen? Sekundärliteratur wird relativ sparsam nachgewiesen, ein Register gibt es auch nicht. Der didaktische Zugriff einer textnahen Einführung scheint bei einem Theoretiker mit den sprachlichen und textpolitischen Eigensinnigkeiten Webers nicht unproblematisch, zumal die Autoren sich dem Kauderwelsch Webers auch in der eigenen Darstellung nicht ganz entziehen können. Die brachial seitensparende Typografie und der Verzicht auf Übersichten, Zusammenfassungen und Grafiken erschweren gleichfalls die Lesbarkeit. Mit einem der Druckfehler haben die Autoren aber recht. Als Ergänzung zur Lektüre von Mommsen ist Kilkenny (ein irisches Bier, gemeint ist der Forscher Ernest Kilker) in der Tat zu empfehlen (165). Dass Michael Bayer auf dem Buchrücken dann Bayrer heißt, macht die Anfragen an das Lektorat des Verlages nur dringender.
Sebastian Lasch (LA)
M. A., wiss. Mitarbeiter, Institut für Politikwissenschaft, Universität Jena.
Rubrizierung: 5.465.42 Empfohlene Zitierweise: Sebastian Lasch, Rezension zu: Michael Bayer / Gabriele Mordt: Einführung in das Werk Max Webers Wiesbaden: 2008, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/14378-einfuehrung-in-das-werk-max-webers_33079, veröffentlicht am 25.11.2008. Buch-Nr.: 33079 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken
CC-BY-NC-SA