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/ 20.06.2013

Fünf plus Zwei

Stefan Scheil

Fünf plus Zwei. Die europäischen Nationalstaaten, die Weltmächte und die vereinte Entfesselung des Zweiten Weltkriegs

Berlin: Duncker & Humblot 2004 (Zeitgeschichtliche Forschungen 18); 533 S.; 2. Aufl.; brosch., 34,80 €; ISBN 3-428-11638-0
In seiner Diplomatiegeschichte der Ereignisse zwischen dem Herbst 1939 und dem Sommer 1940 will Scheil zeigen, dass nicht deutsches Machtstreben, sondern die Konflikte zwischen den fünf großen europäischen Nationalstaaten Großbritannien, Frankreich, Deutschland, Italien und Polen zum Zweiten Weltkrieg führten. Er schließt damit sowohl zeitlich als auch in der Stoßrichtung seiner Argumentation an seinen Band „Logik der Mächte – Europas Problem mit der Globalisierung der Politik, Überl...
Stefan Scheil

Fünf plus Zwei. Die europäischen Nationalstaaten, die Weltmächte und die vereinte Entfesselung des Zweiten Weltkriegs

Berlin: Duncker & Humblot 2004 (Zeitgeschichtliche Forschungen 18); 533 S.; 2. Aufl.; brosch., 34,80 €; ISBN 3-428-11638-0
In seiner Diplomatiegeschichte der Ereignisse zwischen dem Herbst 1939 und dem Sommer 1940 will Scheil zeigen, dass nicht deutsches Machtstreben, sondern die Konflikte zwischen den fünf großen europäischen Nationalstaaten Großbritannien, Frankreich, Deutschland, Italien und Polen zum Zweiten Weltkrieg führten. Er schließt damit sowohl zeitlich als auch in der Stoßrichtung seiner Argumentation an seinen Band „Logik der Mächte – Europas Problem mit der Globalisierung der Politik, Überlegungen zur Vorgeschichte des Zweiten Weltkrieges“ (siehe ZPol 3/00: 1.156) an. Gleichzeitig kritisiert er einen „germanozentrischen Trend der Geschichtswissenschaft [...], hinter dem die Offenheit und Komplexität der politischen Situation zu Beginn des Zweiten Weltkrieges kaum noch zu erkennen ist“ (19). Er versucht seine Thesen durch eine im Wesentlichen chronologische Analyse der Politik der handelnden Akteure zu untermauern. Die Interessenlage Hitlers und seine Politik werden somit zu zwei Faktoren unter vielen. Einen Zusammenhang zur Verbrechensgeschichte Hitlers will Scheil expressis verbis nicht herstellen. Dies werde im Falle Stalins und Maos auch nicht getan, argumentiert er (38 f.). Es drängt sich der Eindruck auf, dass damit Hitler de facto exkulpiert werden soll. Dessen Expansionspolitik und den „Ort des Zweiten Weltkriegs“ nahezu ausschließlich „in einem Prozeß der ständigen Globalisierung“ zu sehen und zu interpretieren, liefert Scheil so dem Vorwurf des Revanchismus aus. Genau diese Stimmen haben sich im Rahmen von intensiven Auseinandersetzungen mit Scheils Studie in der Historikerzunft bereits lautstark vernehmen lassen.
Walter Rösch (WR)
M. A., Politikwissenschaftler.
Rubrizierung: 4.12.612.622.642.312 Empfohlene Zitierweise: Walter Rösch, Rezension zu: Stefan Scheil: Fünf plus Zwei. Berlin: 2004, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/22604-fuenf-plus-zwei_25789, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 25789 Rezension drucken
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