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/ 17.06.2013
Peter Koller (Hrsg.)

Gerechtigkeit im politischen Diskurs der Gegenwart

Wien: Passagen Verlag 2001 (Reihe Sozialethik der Österreichischen Forschungsgemeinschaft 4); 332 S.; brosch., 41,- €; ISBN 3-85165-509-5
Publikationen zum Thema "Gerechtigkeit" im Kontext - auch weit verstandener - politischer Perspektiven sehen sich typischerweise zwei Schwierigkeiten gegenüber: Einerseits gibt es unstreitig ein weites Spektrum konkurrierender normativer Konzepte, andererseits wird in der neueren Debatte mit guten Gründen darauf hingewiesen, dass sich Gerechtigkeitsfragen jenseits empirischer Konkretisierungen nicht instruktiv behandeln lassen. Der Sammelband will dieser Situation zunächst dadurch Rechnung tragen, dass das Thema aus der Sicht verschiedener Disziplinen (Philosophie, Sozialwissenschaften, Ökonomie) erörtert wird und einleitend theoriegeschichtlich exemplarische Positionen vorgestellt werden. In der Hauptsache jedoch behandelt die Mehrheit der Abhandlungen Fragen der Gerechtigkeit unter (unterschiedlich eng gefassten) empirischen Bezügen. Das gilt sowohl für Ansätze der empirischen Gerechtigkeitsforschung (Wegener) als auch für jene, die sich mit "aktuellen Streitfragen" befassen - hier dürften für Politikwissenschaftler die beiden Texte von besonderem Interesse sein, die am Beispiel des Gesundheitswesens das Problem von Rationierungen eines öffentlichen Gutes diskutieren (Schmidt; Leist). Die Beiträge des Bandes beruhen auf einem im Oktober 2000 von der Österreichischen Forschungsgemeinschaft veranstalteten Symposium. Inhalt: Philosophische Grundlagen: Peter Koller: Zur Semantik der Gerechtigkeit (19-46); Ulrich Steinvorth: Moderne philosophische Theorien der Gerechtigkeit (47-64); Winfried Löffler: Soziale Gerechtigkeit. Wurzeln und Gegenwart eines Konzepts in der Christlichen Soziallehre (65-88); Wolfgang Kersting: Suffizienz, Ermöglichung, Kompensation: Ziele der Verteilungsgerechtigkeit (89-121). Sozialtheoretische Perspektiven: Bernd Wegener: Ist soziale Gerechtigkeit das, was die Leute dafür halten? Zum Verhältnis von normativer und empirischer Gerechtigkeitsforschung (123-164); Richard Sturn: Gerechtigkeit in dynamischen Marktgesellschaften: Vorbemerkungen zu einer Theorie ethischer Arbeitsteilung (165-199); Manfred Prisching: Gerechte Ungerechtigkeiten. Gerechtigkeitsparadigmen und Rationierungsfragen (201-234). Aktuelle Streitfragen: Elisabeth Holzleithner: Kein Fortschritt in der Liebe? Gerechtigkeit und Anerkennung in Nahbeziehungen (235-261); Irene Dyk: Randgruppen: Gerechtigkeit oder Chancen? (263-285); Volker H. Schmidt: Gerechtigkeit im Gesundheitswesen angesichts neuartiger Problemlagen (287-302); Anton Leist: Chancengleichheit in der Medizin (303-326).
Thomas Mirbach (MIR)
Dr., wiss. Mitarbeiter, Lawaetz-Stiftung Hamburg, Lehrbeauftragter, Institut für Politische Wissenschaft, Universität Hamburg.
Rubrizierung: 2.235.42 Empfohlene Zitierweise: Thomas Mirbach, Rezension zu: Peter Koller (Hrsg.): Gerechtigkeit im politischen Diskurs der Gegenwart Wien: 2001, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/15694-gerechtigkeit-im-politischen-diskurs-der-gegenwart_17898, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 17898 Rezension drucken
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