/ 20.06.2013
Ramón Reichert (Hrsg.)
Governmentality Studies. Analysen liberal-demokratischer Gesellschaften im Anschluss an Michel Foucault
Münster: Lit 2004 (Konturen Politisch Philosophischen Denkens 1); 184 S.; brosch., 19,90 €; ISBN 3-8258-7336-6In seinen Ende der 70er-Jahre am Collège de France gehaltenen Vorlesungen hatte Foucault den Begriff der Gouvernementalität eingeführt, um damit jenen Doppelaspekt von „Regierung“ – zugleich Machttechnik und politische Rationalität – markieren zu können, der im traditionellen, institutionell fixierten Verständnis nicht zum Ausdruck kommt. Vor allem zunächst im angloamerikanischen Raum, seit kurzem auch in Deutschland, hat sich mit den Governmentality Studies eine sozialwissenschaftlich ausgerichtete Forschungsrichtung etabliert, die sich – im Geiste Foucaults – an ganz unterschiedlichen Gegenständen kritisch mit der politischen Vernunft (neo-)liberaler Gesellschaften auseinander setzt. Allerdings sind die Governmentality Studies nicht nur in thematischer Hinsicht sehr breit gefächert – es werden Fragestellungen aus Politik, Soziologie, Ökonomie, Statistik, Rechtswissenschaften, Philosophie und Pädagogik bearbeitet – auch unter methodologischen Aspekten kann von einer einheitlichen theoretischen Grundlegung bisher kaum gesprochen werden. Die Autorinnen und Autoren diskutieren den Ansatz der Governmentality Studies vor allem mit Blick auf den erhobenen Theorie- und Geltungsanspruch; der Sammelband beruht auf einem im März 2001 veranstalteten gleichnamigen Symposium.
Thomas Mirbach (MIR)
Dr., wiss. Mitarbeiter, Lawaetz-Stiftung Hamburg, Lehrbeauftragter, Institut für Politische Wissenschaft, Universität Hamburg.
Rubrizierung: 5.2 | 5.42
Empfohlene Zitierweise: Thomas Mirbach, Rezension zu: Ramón Reichert (Hrsg.): Governmentality Studies. Münster: 2004, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/22009-governmentality-studies_25086, veröffentlicht am 25.06.2007.
Buch-Nr.: 25086
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Dr., wiss. Mitarbeiter, Lawaetz-Stiftung Hamburg, Lehrbeauftragter, Institut für Politische Wissenschaft, Universität Hamburg.
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