/ 20.06.2013
Uwe Fleckner / Martin Warnke / Hendrik Ziegler (Hrsg.)
Handbuch der politischen Ikonographie. Band 1: Abdankung bis Huldigung. Band 2: Imperator bis Zwerg
München: C. H. Beck 2011; 519, 618 S.; Ln., 128,- €; ISBN 978-3-406-57765-9Politische Inhalte werden seit jeher – und insbesondere im heutigen Zeitalter der elektronischen Massenkommunikationsmittel – nicht nur diskursiv, sondern auch visuell vermittelt. Die Bildsprache dient dabei oftmals nicht nur dazu, ein politisches Ereignis authentisch wiederzugeben, sondern will selbst politisch wirken. Die politischen Bildstrategien aufzudecken, zu erklären und zu interpretieren ist das Ziel des zweibändigen Handbuchs der politischen Ikongraphie. In knapp 150 Beiträgen und illustriert mit etwa 1.200 Abbildungen wird der politische Gehalt verschiedenster Motive auf den unterschiedlichsten Darstellungsformen, etwa Gemälden, Denkmälern, Plakaten, Fotos, Münzen und vielen mehr, untersucht. Der Motivbogen spannt sich dabei von der Antike bis in die Gegenwart. Auffallend ist die facettenreiche Motiv- bzw. Schlagwortauswahl, die nicht den gängigen politikwissenschaftlichen Stichwortverzeichnissen folgt, sondern sich an den visuellen Topoi aus dem sozialwissenschaftlichen Themenkanon orientiert. Dabei werden auch Motive vorgestellt, die – obwohl von politischer Bedeutung – in rein textgebundenen Handbüchern nicht diesen Grad an Aufmerksamkeit genießen wie etwa „Bad in der Menge“ oder „Pflasterstein“. Methodisch werden die Beiträge zumeist mit einem Bildbeispiel eingeleitet und dann über die Zeitachse die jeweiligen Kontinuitäten und Brüche der dahinter liegenden Bildstrategien dargestellt. Hierbei zeigt sich, dass politische Bilder oftmals eine ganz andere Aussagekraft haben als das gesprochene oder geschriebene Wort. Insgesamt ist das Handbuch der politischen Ikonographie ein leicht verständliches Nachschlagewerk, das sich sowohl zur systematischen Auseinandersetzung mit den Ergebnissen dieses interdisziplinären Forschungszweiges als auch zum Entdecken und Stöbern anbietet, um – im wahrsten Sinne des Wortes – einen neuen Blick auf bekannte sozialwissenschaftliche Fragestellungen zu gewinnen.
Maximilian Opitz (MO)
Dr., Politikwissenschaftler, in der Energiewirtschaft tätig.
Rubrizierung: 1.1 | 2.24
Empfohlene Zitierweise: Maximilian Opitz, Rezension zu: Uwe Fleckner / Martin Warnke / Hendrik Ziegler (Hrsg.): Handbuch der politischen Ikonographie. München: 2011, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/21886-handbuch-der-politischen-ikonographie_35537, veröffentlicht am 14.07.2011.
Buch-Nr.: 35537
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Dr., Politikwissenschaftler, in der Energiewirtschaft tätig.
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