/ 22.06.2013
Peer Pasternack (Hrsg.)
Hochschulen nach der Föderalismusreform
Leipzig: Akademische Verlagsanstalt 2011 (Hochschulforschung Halle-Wittenberg); 368 S.; brosch., 29,- €; ISBN 978-3-931982-67-6Sind die Förderalismusreform II und das „Kooperationsverbot“ von Bund und Ländern ein epochaler Einschnitt für die deutschen Hochschulen? Von dieser Leitfrage ausgehend setzen sich die Autorinnen und Autoren des Sammelbandes mit den grundlegenden Veränderungen im Hochschul- und Wissenschaftssystem der vergangenen Jahre auseinander. Diese reichen von neuen Steuerungsinstrumenten über die Personalreform bis hin zum Bologna-Prozess. Alle Beiträge sind das Ergebnis von Untersuchungen des Instituts für Hochschulforschung Halle-Wittenberg (HoF) der Jahre 2008 bis 2010, die hier in Ausrichtung am „roten Faden“ Föderalismusreform komprimiert vorgestellt werden. Letztlich ist für alle Bereiche festzustellen, dass durch die Föderalismusreform keine Differenzierungsprozesse in Gang gesetzt wurden. Ursächlich hierfür sind beispielsweise die KMK als „‚multilaterales Zwangsverhandlungssystem der Länderexekutiven’“ (27) und die bundesweiten Programme der Exzellenzinitiative, im Hochschulpakt und im Bereich offener Hochschulen. Der Bologna-Prozess erweist sich in diesem Zusammenhang als besonders interessant: Einerseits sind die hierdurch angestrebten Veränderungen nicht der Föderalismusreform zuzuschreiben, andererseits wäre im Rahmen dieses Prozesses eine Differenzierung zumindest theoretisch denkbar, die aber praktisch durch starke Homogenisierungstendenzen, ausgelöst durch die KMK-Strukturvorgaben, nicht stattfindet. Die Beiträge liefern in der Gesamtschau eine erkennbar umfassende und engagierte Aufarbeitung des Untersuchungsgegenstands und untermauern die hervorgehobene Position des HoF im sehr überschaubaren Segment der Hochschulforschung. Hierbei ist der zu Beginn des Bandes erwähnten Einordnung als „Eröffnungsbilanz“ (17) Rechnung zu tragen und ein handwerklich überzeugenderes Lektorat für die Zukunft anzumahnen.
Thorsten Schumacher (THS)
M. A. (Politikwissenschaft, Philosophie, Öffentliches Recht), Referent im Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur.
Rubrizierung: 2.343 | 2.325
Empfohlene Zitierweise: Thorsten Schumacher, Rezension zu: Peer Pasternack (Hrsg.): Hochschulen nach der Föderalismusreform Leipzig: 2011, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/34656-hochschulen-nach-der-foederalismusreform_41645, veröffentlicht am 19.01.2012.
Buch-Nr.: 41645
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M. A. (Politikwissenschaft, Philosophie, Öffentliches Recht), Referent im Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur.
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