/ 17.06.2013
Hermann Wentker
Justiz in der SBZ/DDR 1945-1953. Transformation und Rolle ihrer zentralen Institutionen. Veröffentlichungen zur SBZ-/DDR-Forschung im Institut für Zeitgeschichte
München: R. Oldenbourg Verlag 2001 (Quellen und Darstellungen zur Zeitgeschichte 51); XII, 647 S.; 74,80 €; ISBN 3-486-56544-3Die Justiz der DDR diente sehr häufig der Durchsetzung der politischen Ziele der SED und nicht einer Begrenzung des staatlichen Machtanspruchs. In diesem Sinne war die DDR - so der Autor - ein Unrechtsstaat, auch wenn sich die DDR-Führung in Lippenbekenntnissen - insbesondere in außenpolitisch schwierigen Zeiten - zur Rechtsstaatlichkeit bekannte. Doch dies war nicht von Anfang an so: Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde zunächst auch an traditionelle Elemente des deutschen Justizwesens angeknüpft. Erst nach und nach kam es zu einer Umgestaltung der Justiz. Die sehr fundierte und detaillierte Arbeit zeichnet diesen Transformationsprozess unter Berücksichtigung der wichtigen sowjetischen Einflussnahme nach. Sie basiert in erster Linie auf der Auswertung umfangreichen Archivmaterials.
Inhaltsübersicht: A. Zwischen Wandel, Reform und Beharrung: Die Deutsche Zentralverwaltung für Justiz und die Entwicklung des Justizwesens (1945-1947): I. Der Aufbau der Deutschen Zentralverwaltung für Justiz (1945-1947); II. Zentralismus versus Föderalismus: Die Deutsche Zentralverwaltung für Justiz und die Landes- bzw. Provinzialjustizverwaltungen (1945-1947); III. Die DJV, die Neuorganisation des Gerichtssystems und die personelle "Säuberung" der Justiz (1945-1947); IV. Rekrutierung, Ausbildung und Einsatz der neuen Juristen: Die akademische Juristenausbildung und die Volksrichterausbildung (1945-1947/48); V. Sowjetische Eingriffe in das Normensystem und die Anfänge der Justizsteuerung durch die DJV (1945-1947); VI. Die Versuche zur Reform des Strafvollzuges durch die DJV (1945-1947/48). B. Gleichschaltung, Zentralisierung und Sowjetisierung des Justizwesens (1947/48-1952/53): I. Justizpolitische Weichenstellungen 1947/48; II. Von der DJV zum MdJ: Personelle und strukturelle Veränderungen (1948-1953); III. Von der Gleichschaltung zur Ausschaltung der Landesjustizministerien: Die Zentralisierung der Justizverwaltung (1948-1952); IV. Die Weiterentwicklung des Ausbildungswesens und der Personalpolitik (1948-1952/53); V. Der Strafvollzug im Übergang von der Justiz- zur Innenverwaltung (1948-1952); VI. SMAD-Befehl Nr. 201: Weichenstellung für ein neues Strafprozeßrecht, Justizsteuerung und die politische Strafjustiz (1947-1950); VII. Das Oberste Gericht und die Oberste Staatsanwaltschaft: Entstehung, Entwicklung und Justizsteuerung (1949-1952/53); VIII. DJV und MdJ in der Justizsteuerung (1949-1951); IX. Vom Justizbeschluss der SED zum Neuen Kurs (1951-1953).
Silke Becker (BE)
Dipl.-Soziologin; freie Journalistin.
Rubrizierung: 2.314
Empfohlene Zitierweise: Silke Becker, Rezension zu: Hermann Wentker: Justiz in der SBZ/DDR 1945-1953. München: 2001, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/15455-justiz-in-der-sbzddr-1945-1953_17599, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 17599
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Dipl.-Soziologin; freie Journalistin.
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