/ 21.06.2013
Manfred Alexander
Kleine Geschichte der böhmischen Länder
Stuttgart: Philipp Reclam jun. 2008; 613 S.; hardc., 18,90 €; ISBN 978-3-15-010655-6„Die böhmischen Länder liegen im Herzen Europas, und sie können mit einem Herzen verglichen werden, dessen eine Kammer Böhmens lange Zugehörigkeit zum Heiligen Römischen Reich (nicht nur) deutscher Nation symbolisiert“ (15), schreibt der emeritierte Osteuropa-Historiker an der Universität Köln. Die andere Kammer verweise auf die alte Selbstständigkeit der böhmischen Länder als Herrschaftsgebiet „eigener Art mit selbstbewusstem slawischem Adel“ (16). Die Geschichte der böhmischen Länder sei primär tschechische Landesgeschichte, die durch häufige Spannungen zwischen dem Zentrum Prag und seiner Peripherie geprägt sei. Alexander weist auf den Doppelcharakter der böhmischen Länder hin, hier würden sich in vielfacher Hinsicht „europäische Bedeutung und Provinzialität“ (18) verbinden. So beginnt er seine Darstellung im Zeitalter der Přemysliden (ab 867), spannt den Bogen weiter über Karl IV., die Hussiten, die Jagiellonenkönige und die habsburgische Herrschaft bis zur Nachkriegsgeschichte der Tschechen und Slowaken. Im Schlusskapitel wird die Wiederherstellung der parlamentarischen Demokratie und der Marktwirtschaft nach 1990 behandelt, die Erläuterungen schließen das Jahr 2007 mit ein. Auf diese Weise vermittelt der Autor Einblicke in die Geschichte der tschechischen Nachbarn, damit den deutschsprachigen Lesern „‚böhmische Dörfer’ nicht mehr so fremd erscheinen mögen“ (19).
Sabine Steppat (STE)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 2.61 | 2.1 | 2.2
Empfohlene Zitierweise: Sabine Steppat, Rezension zu: Manfred Alexander: Kleine Geschichte der böhmischen Länder Stuttgart: 2008, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/29138-kleine-geschichte-der-boehmischen-laender_34434, veröffentlicht am 29.07.2008.
Buch-Nr.: 34434
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Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
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