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/ 21.06.2013
Guido Brune

Menschenrechte und Menschenrechtsethos. Zur Debatte um eine Ergänzung der Menschenrechte durch Menschenpflichten

Stuttgart: Verlag W. Kohlhammer 2006 (Theologie und Frieden 29); 192 S.; pb., 29,- €; ISBN 978-3-17-019036-8
Theolog. Diss. Münster; Gutachter: Th. Hoppe, K. Gabriel. – Initiativen, die sich für eine Erklärung von Menschenpflichten stark machen, begründen ihr Anliegen u. a. damit, dass durch Menschenpflichten „eine bislang fehlende Balance“ (13) zwischen den Rechten des Individuums und den Pflichten gegenüber einer Gemeinschaft gewährleistet werden könne. Brune, Referent für weltkirchliche Aufgaben/Missio im Erzbistum Hamburg setzt sich kritisch mit diesen Initiativen auseinander: darunter der Vorschlag des InterAction Council für eine „Allgemeine Erklärung der Menschenpflichten“, die maßgeblich von Hans Küng initiierte „Erklärung zum Weltethos“ sowie die von der spanischen Stiftung „Tercer Milenio“ angeregten „Universal Declaration of Human Duties and Responsibilities“. Er widerspricht der Erfordernis von Menschenpflichten und begründet auf der Grundlage der (katholischen) Rezeptionsgeschichte der Menschenrechte, dass „ein ethischer Anspruch bereits den Menschenrechten inhärent ist. Anstatt diesen Rechten Menschenpflichten zur Seite zu stellen, sollte ihre implizite Sozialpflichtigkeit aus einem normativen Vergessenheitsstatus befreit werden.“ (13) Dafür sei ein ständiger Prozess der Ethosbildung und -vermittlung erforderlich, bei dem vor allem den Kirchen eine wichtige Rolle zukomme.
Anke Rösener (AR)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 4.425.42 Empfohlene Zitierweise: Anke Rösener, Rezension zu: Guido Brune: Menschenrechte und Menschenrechtsethos. Stuttgart: 2006, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/26294-menschenrechte-und-menschenrechtsethos_30623, veröffentlicht am 25.06.2007. Buch-Nr.: 30623 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken
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