/ 17.06.2013
Fritz Keller (Hrsg.)
Paul Lafargue. Essays zur Geschichte, Kultur und Politik
Berlin: Karl Dietz Verlag 2002; 392 S.; brosch., 24,95 €; ISBN 3-320-02025-0Als "großes Orakel" hatte Marx seinen Schwiegersohn Lafargue bezeichnet, habe er doch die Zusammenhänge "zwischen wirtschaftlichen Faktoren und Klassenkämpfen mit kulturellen Phänomenen in allzu vereinfachender Weise" (374) erklärt. Bekannt wurde Lafargue mit seiner Schrift "Das Recht auf Faulheit". Sein Leben verschrieb er dennoch der revolutionären Arbeiterbewegung. Er veröffentlichte populäre Darstellungen der Theorien von Marx und vor allem literarische und literaturkritische Arbeiten, die den Schwerpunkt dieses Bandes bilden. So zeigt er sich zum Beispiel enttäuscht von Zolas Roman "Das Geld", dessen Kapitalismus-Kritik ihm nicht weit genug geht. Lafargue blieb allerdings nicht bei der Literatur stehen, wie seine Abhandlung über den Jesuitenstaat in Paraguay zeigt. Dieser habe sich "als eine kluge und einträgliche Verquickung von Hörigkeit und Sklaverei" (331) entpuppt. Insgesamt lesen sich Lafargues Aufsätze heute noch flüssig und zeigen, dass er "für den asketischen und disziplinierten Kasernensozialismus mancher Zeitgenossen", so Fetscher in seinen biografischen Notizen zu Lafargue (9), nicht zu haben war.
Aus dem Inhalt: Rousseau und die Gleichheit. Antwort auf Professor Huxley (1890); "Das Geld [L'Argent]" von Zola (1891); Thomas Campanella. Eine kritische Studie über sein Leben und über "Der Sonnenstaat [Civitas solis]" (1895). Zum Text: Fritz Keller; Der Jesuitenstaat in Paraguay (1895). Zum Text: Karl Kautsky.
Natalie Wohlleben (NW)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 5.33
Empfohlene Zitierweise: Natalie Wohlleben, Rezension zu: Fritz Keller (Hrsg.): Paul Lafargue. Berlin: 2002, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/15295-paul-lafargue_17400, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 17400
Rezension drucken
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
CC-BY-NC-SA