Skip to main content
/ 17.06.2013
Barbara Zehnpfennig

Platon zur Einführung

Hamburg: Junius 2001 (Zur Einführung 248); 248 S.; 2., überarb. und erw. Aufl.; brosch., 13,50 €; ISBN 3-88506-348-
Diese Einführung beginnt mit dem Anfang der (platonischen) Philosophie, "dem Staunen über das eigene Nicht-Verstehen" (10). Darauf folgt eine knappe Darstellung (12 Seiten) der Erfahrungen, die Platon prägten und für uns aufschlussreich sind. Der Rest des Buches ist gegliedert in die drei Werkphasen und schließt mit dem Kapitel "Was bleibt (Siebter Brief)". Jeder der Abschnitte zu den einzelnen Schaffesphasen ist untergliedert in die Vorstellung, Erläuterung und Auslegung eines beziehungsweise zweier repräsentativer Dialoge einerseits und einen Überblick zum Gesamtwerk der jeweiligen Phase andererseits. Die exemplarisch behandelten Dialoge sind "Thrasymachos", "Politeia" sowie "Theaitetos" und "Parmenides". Die Überblicke versuchen zwar eine thematische Vorgehensweise, lösen sich aber doch, je nach Anspruch an eine Einführung, in die verwirrende Vielfalt oder den Reichtum der Einzeldialoge auf. Das hat bisweilen zur Folge, dass zentrale Gedanken wie die Ideenlehre (112 ff.) mehr oder minder zwischen andere Gedanken lediglich eingestreut werden. Eine Erläuterung der Einteilung in die verschiedenen Werkphasen fehlt völlig, was umso bedauerlicher ist, als der Einteilung hier eine so herausragende Funktion zukommt. Erwähnt werden sollte ebenfalls, dass umstrittene Behauptungen Eingang finden, wie z. B. die Aussage, bei Platon finde man den neuzeitlichen Gesellschaftsvertrag (35). Eigenwillig ist die Interpretation auch andernorts, etwa bei dem Verweis der Anamnesislehre auf die hinteren Ränge (79). Die Darstellung des Buches orientiert sich hauptsächlich an der Methodik sowohl der einzelnen Dialoge als auch des Gesamtwerks, dem Aufstieg, der das "Symbol für den Prozeß der Abwendung des Menschen von seinen Vorurteilen und der Hinwendung zur gesuchten Sache" (15) sei. Mit der Betonung des "Weg-Charakters" der platonischen Philosophie vermeidet die gut lesbare Einführung zwar, "sie auf Lehrinhalte zu reduzieren" (14); der daraus teilweise resultierende Gewinn an Aktualität wird womöglich mit der Verkürzung einiger Inhalte bezahlt. (Annotation der Erstauflage siehe ZPol 3/97: 1212)
Guido Koch (GK)
Dr., Politikwissenschaftler, Qualitätsmanagment, GESIS - Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften.
Rubrizierung: 5.31 Empfohlene Zitierweise: Guido Koch, Rezension zu: Barbara Zehnpfennig: Platon zur Einführung Hamburg: 2001, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/15424-platon-zur-einfuehrung_17563, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 17563 Rezension drucken
CC-BY-NC-SA