/ 17.06.2013
Richard von Weizsäcker
Polnisch-deutsche Verständigung nach dem Zweiten Weltkrieg. Hrsg. von Volker Drehsen
Tübingen: Mohr Siebeck 2001; 52 S.; geb., 14,32 €; ISBN 3-16-147545-3In dem Bändchen wird auf 24 Textseiten die Ansprache des ehemaligen Bundespräsidenten anlässlich der Verleihung des Dr. Leopold-Lucas-Preises 2000 an ihn dokumentiert. Die Laudatio ist im Anschluss daran abgedruckt. Der größte Teil von Weizsäckers Vortrag besteht aus einer sehr stark gerafften Darstellung der wechselvollen Geschichte des polnisch-deutschen Verhältnisses. Von Weizsäcker hält aber auch ein eindringliches Plädoyer für die Fortführung des Verständigungsprozesses zwischen beiden Nationen. Die Aufnahme Polens in die EU und die tatkräftige deutsche Unterstützung dafür ist für ihn unabdingbar. Damit muss seiner Meinung nach jedoch auch ein kultureller Lernprozess einhergehen. Am Ende seines Vortrags schreibt er den Deutschen deshalb eine beachtenswerte Mahnung ins Stammbuch: "Auch wir haben im Zuge einer politischen Einigung Europas allen Grund zur 'Osterweiterung' unseres westlichen Kulturbewußtseins, also auch zur Einsicht, daß wir mehr davon haben, eine Lernkultur zu sein, anstelle der traditionellen westlichen Belehrungskultur." (32)
Walter Rösch (WR)
M. A., Politikwissenschaftler.
Rubrizierung: 4.2 | 4.22 | 4.21 | 2.62
Empfohlene Zitierweise: Walter Rösch, Rezension zu: Richard von Weizsäcker: Polnisch-deutsche Verständigung nach dem Zweiten Weltkrieg. Tübingen: 2001, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/15230-polnisch-deutsche-verstaendigung-nach-dem-zweiten-weltkrieg_17311, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 17311
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M. A., Politikwissenschaftler.
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