/ 21.06.2013
Kai Oppermann
Prinzipale und Agenten in Zwei-Ebenen-Spielen. Die innerstaatlichen Restriktionen der Europapolitik Großbritanniens unter Tony Blair
Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften 2008; 292 S.; brosch., 49,90 €; ISBN 978-3-531-15733-7Politikwiss. Diss. Köln; Gutachter: T. Jäger, W. Wessels. – Mit dem Zwei-Ebenen-Ansatz wird in der Analyse der internationalen Beziehungen auf innenpolitische Restriktionen eingegangen, um außenpolitisches Handeln zu erklären. Auch wenn auf diesem Ansatz basierend eine Vielzahl von Studien entstanden ist, weist er einige Lücken in der theoretischen Konzeption auf. Oppermann versucht diese aber zu schließen, indem er den Zwei-Ebenen-Ansatz durch eine Verknüpfung mit dem Prinzipal-Agenten-Ansatz weiterentwickelt. Damit können Bedingungen des innerstaatlichen Win-Sets für außenpolitisches Handeln allgemein abgeleitet werden. Neben den außenpolitischen Präferenzen in der Gesellschaft und der Salienz außenpolitischer Themen bestimmen die institutionelle Ausgestaltung von Ratifizierungsprozessen und das strategische Regierungshandeln zwischen innerstaatlicher und internationaler Ebene die Größe des Win-Sets. Zusätzlich wirken Beschränkungen auf der internationalen Ebene auf das Win-Set, da die nationalen Regierungen nicht isoliert handeln und ihre präferierte Strategie durchsetzen können. Mit dem Prinzipal-Agenten-Ansatz wird die Beziehung zwischen der Regierung als Agent und der Regierungsfraktion(en) im Parlament sowie der Wahlbevölkerung als Prinzipale konzeptionalisiert, die der Ableitung der Restriktionen außenpolitischen Handelns dienen. Die Tragfähigkeit des theoretischen Modells wird anhand der britischen Europapolitik unter Blair getestet. Dafür werden die Verhandlungen zum Amsterdamer Vertrag und zur Erklärung von St. Malo sowie die Frage zur Einführung der Gemeinschaftswährung untersucht. Insgesamt überzeugen die systematische Analyse des innerstaatlichen Win-Sets und das zugrunde liegende theoretische Konzept.
Stefanie John (SJ)
Dipl.-Politologin, wiss. Mitarbeiterin, Fakultät für Sozialwissenschaften, Universität Bochum.
Rubrizierung: 4.22 | 2.61 | 4.1
Empfohlene Zitierweise: Stefanie John, Rezension zu: Kai Oppermann: Prinzipale und Agenten in Zwei-Ebenen-Spielen. Wiesbaden: 2008, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/28981-prinzipale-und-agenten-in-zwei-ebenen-spielen_34220, veröffentlicht am 04.06.2008.
Buch-Nr.: 34220
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Dipl.-Politologin, wiss. Mitarbeiterin, Fakultät für Sozialwissenschaften, Universität Bochum.
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