/ 17.06.2013
Herbert Schubert / Dietrich Fürst / Ansgar Rudolph / Holger Spieckermann
Regionale Akteursnetzwerke. Analysen zur Bedeutung der Vernetzung am Beispiel der Region Hannover
Opladen: Leske + Budrich 2001; 251 S.; kart., 24,54 €; ISBN 3-8100-3045-7Individuen und Organisationen können als handelnde Akteure bedeutsame Entscheidungen für die politische und wirtschaftliche Entwicklung einer Region treffen. Dies geschieht nicht in vollständiger Unabhängigkeit bzw. gegenseitiger Isolierung. Vielmehr stellen soziale Beziehungsnetze komplexe Kommunikations- und Informationskanäle bereit, die den regionalen Akteuren einen frühzeitigen und /index.php?option=com_content&view=article&id=41317bezogenen Austausch erlauben. Der Soziologe Norbert Elias hat bereits in den 60er-Jahren auf die Bedeutung sozialer Konfigurationen und deren Verflechtungsordnung aufmerksam gemacht. In den 80er-Jahren wurde der Hinweis auf einen Zusammenhang von Akteursnetzwerken und regionaler Entwicklung wieder verstärkt aufgegriffen. Angesichts der Bedeutung, die den Regionen heute im Globalisierungsprozess zugewachsen ist, bildet die Netzwerkanalyse ein zentrales Element der politik- und regionalwissenschaftlichen Forschung. Diese Entwicklung zeichnen die Autoren bei ihrer Diskussion zum Stand der Theorie ausführlich nach. Im Anschluss daran legen sie ihren methodischen Ansatz dar, den sie auf die Akteursnetzwerke in der Region Hannover anwenden. Den Mittelpunkt der Untersuchung bildet schließlich die Analyse des Elitennetzwerkes und bestehender Teilnetzwerke in der ausgewählten Region, die anhand von vier Fallbeispielen (Expo 2000, Zukunftsfabrik Kommunikation, Sozialforum und Bürgerstiftung) exemplifiziert wird. Die Autoren kommen dabei zu dem Ergebnis, dass der Zusammenhang zwischen wirtschaftlicher Entwicklung und Netzwerken erheblich vielschichtiger ist als bisher vermutet wurde. Darüber hinaus bedarf die derzeit in den Regionalwissenschaften vorherrschende Hochschätzung von Vernetzungen sozialer Akteure einer kritischen Hinterfragung.
Aus dem Inhalt: I. Theoretische Perspektiven: Der Stand der Diskussion: 1.1 Akteursnetze und Regionalentwicklung; 1.2 Akteursnetzwerke als regionale Infrastruktur; 1.3 Flexibilisierung von Akteursnetzwerken. III. Das Elitennetzwerk der Region Hannover: 3.1 Zusammensetzung des Netzwerkes; 3.2 Vernetzung der Akteure; 3.3 Teilnetzwerke und Vernetzungslücken; 3.4 Das Netzwerk der Organisationen und Institutionen; 3.5 Stabilität und Wandel des Akteursnetzwerkes. IV. Fallbeispiel für /index.php?option=com_content&view=article&id=41317bezogene Netzwerke in der Region Hannover: 4.1 Das Netzwerk um die Expo 2000 und die Deutsche Messe AG; 4.2 Die Zukunftsfabrik Kommunikation; 4.3 Das Sozialforum Hannover; 4.4 Die Bürgerstiftung Hannover; 4.5 Das Zusammenspiel von /index.php?option=com_content&view=article&id=41317bezogenen und richtungsoffenen Netzwerken.
Stefan Gänzle (GÄ)
Politikwissenschaftler.
Rubrizierung: 2.21 | 2.331 | 2.343 | 2.325
Empfohlene Zitierweise: Stefan Gänzle, Rezension zu: Herbert Schubert / Dietrich Fürst / Ansgar Rudolph / Holger Spieckermann: Regionale Akteursnetzwerke. Opladen: 2001, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/14945-regionale-akteursnetzwerke_16956, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 16956
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Politikwissenschaftler.
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