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/ 11.06.2013
Franz Kernic

Sozialwissenschaften und Militär. Eine kritische Analyse

Wiesbaden: Deutscher Universitäts-Verlag 2001 (DUV Sozialwissenschaft); 200 S.; brosch., 34,- €; ISBN 3-8244-4473-9
Militär und Krieg sind auch in den Sozialwissenschaften immer wieder thematisiert worden. Der Autor nimmt eine an den Konzepten von Ernst orientierte "Setzungsanalyse" (9) dieser sozialwissenschaftlichen Theoriebildung vor. Dabei will er nicht die verschiedenen theoretischen Ansätze der Sozialwissenschaften rekonstruieren, sondern vielmehr nach deren Denkvoraussetzungen fragen und zudem untersuchen, inwieweit "militärische Gewalt bereits in der Struktur und Arbeitsweise moderner Sozialwissenschaften verinnerlicht ist" (9). Er kommt u. a. zu dem Ergebnis, dass ein Grundprinzip des Krieges, nämlich der Sieg über den Anderen und dessen Vernichtung auch das wissenschaftliche und politische Denken durchziehe und zwar insofern es nach der Aufhebung von Differenzen, d. h. der Unterwerfung und Vereinnahmung bzw. Ausgrenzung des je Anderen strebe. Inhaltsübersicht: 2. Militär und Gesellschaft - Theorieansätze der frühen Soziologie; 3. Politische Ökonomie und militärische Organisation; 4. Militär als Forschungsgegenstand der modernen Militärsoziologie; 5. Demokratie und Militär - Zur Aktualisierung des Inkompatibilitätstheorems; 6. Zur Akzeptanz- und Legitimationsproblematik moderner Armeen; 7. Die Konzeption moderner, "rationaler" Sicherheitspolitik; 8. Politik und Soziologie jenseits eines Denkens des Krieges?
Silke Becker (BE)
Dipl.-Soziologin; freie Journalistin.
Rubrizierung: 5.22.22.263 Empfohlene Zitierweise: Silke Becker, Rezension zu: Franz Kernic: Sozialwissenschaften und Militär. Wiesbaden: 2001, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/9406-sozialwissenschaften-und-militaer_18859, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 18859 Rezension drucken
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