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/ 17.06.2013
Paul Laband

Staatsrechtliche Vorlesungen. Vorlesungen zur Geschichte des Staatsdenkens, zur Staatstheorie und Verfassungsgeschichte und zum deutschen Staatsrecht des 19. Jahrhunderts, gehalten an der Kaiser-Wilhelms-Universität Straßburg 1872-1918. Bearbeitet und herausgegeben von Bernd Schlüter

Berlin: Duncker & Humblot 2004; 328 S.; 78,- €; ISBN 3-428-11219-9
Der Band versammelt bisher unveröffentlichte staatstheoretische, philosophische, methodische und einzelstaatsrechtliche Textteile aus dem Nachlass des bedeutendsten Staatsrechtlers des Kaiserreichs. Obwohl die Datierung der einzelnen Texte nicht vollkommen zuverlässig gewährleistet werden kann, zeigt Schlüter in seiner umfangreichen Einleitung, wie sich Labands Arbeiten zunehmend sowohl vom patrimonialen Recht zugunsten des modernen Staatsrechts als auch (teilweise) vom Idealismus Hegels und Stahls zugunsten einer nüchtern vorgetragenen Wissenschaft entwickeln. Die Herausgabe seiner staatstheoretischen Vorlesungsmanuskripte weist Laband als liberal beeinflussten Vertreter der konstitutionellen Monarchie aus. Weil die Begründung der inneren Selbstbegrenzung und Rechtsbindung des Staates aus überpositiven Quellen - der Kultur - erfolgt, ist Schlüters Entscheidung einsichtig, den Begriff des Gesetzespositivismus zur Charakterisierung des Laband'schen Systems nicht zu verwenden.
Frank Schale (FS)
Dr., wiss. Mitarbeiter, Professur für Politische Theorie und Ideengeschichte, Technische Universität Chemnitz.
Rubrizierung: 5.415.442.311 Empfohlene Zitierweise: Frank Schale, Rezension zu: Paul Laband: Staatsrechtliche Vorlesungen. Berlin: 2004, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/14668-staatsrechtliche-vorlesungen_24766, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 24766 Rezension drucken
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