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/ 07.06.2013
Wichard Woyke (Hrsg.)

Staatsverschuldung. Eine Einführung

Schwalbach/Ts.: Wochenschau Verlag 2012 (uni studien politik 49); 142 S.; 9,80 €; ISBN 978-3-89974800-0
Die Staaten der westlichen Welt haben ein Schuldenniveau erreicht, das die politische Handlungsfähigkeit der demokratisch gewählten Regierungen einschränkt. So ist Japan bezogen auf das Bruttoinlandsprodukt mit 220 Prozent verschuldet, die USA mit 93 Prozent und Deutschland mit 83 Prozent. Dieser Staatsverschuldung sind die fünf Beiträge dieses Sammelbandes gewidmet, wobei der Schwerpunkt mit drei Artikeln auf Deutschland liegt. Neben einer Ursachenanalyse werden auch Lösungsansätze präsentiert. Darüber hinaus werden fiskalische Besonderheiten in Deutschland, wie die kommunalen Haushaltsprobleme oder die deutsche Schuldenbremse, beleuchtet. Hervorzuheben ist unter anderem der Aufsatz von Uwe Wagschal, der die Staatsverschuldung im internationalen Vergleich untersucht. Er konzentriert sich auf die Ursachensuche und zeigt anhand von empirischen Beispielen Möglichkeiten auf, wie öffentliche Haushalte konsolidiert werden können. Seine Ergebnisse zeigen, dass Schulden- und Fiskalregeln eine überbordende Staatsverschuldung nicht verhindern, diese aber verlangsamen können. Weit wichtiger scheint es zu sein, dass der politische Wille zum Schuldenabbau vorhanden ist. Darüber hinaus stellt Wagschal fest, dass eine Ausgabenreduzierung wesentlich effektiver ist als eine Einnahmenerhöhung. Auch der Beitrag von Uwe Andersen ist empfehlenswert. Er zeigt die Auswirkungen der Finanz- und Staatsschuldenkrise auf den Euro und stellt die Frage nach der Zukunft der europäischen Gemeinschaftswährung. Für Andersen ist ein Schritt zurück zum nationalstaatlichen Handeln weitgehend ausgeschlossen. Er zeichnet vielmehr das Bild einer weiter voranschreitenden europäischen Integration, an deren Ende ein „europäischer Finanzminister“ (67) steht. Der Sammelband gibt in anschaulicher Weise einen Überblick über das Thema und zeigt die multiplen Faktoren auf, die zu einer hohen Staatsverschuldung geführt haben. Die Lektüre des Bandes empfiehlt sich vor allem für Politikwissenschaftler mit dem Fokus auf Wirtschaftspolitik. Aber auch Volkswirtschaftswissenschaftler werden einen Erkenntnisgewinn erzielen.
Marko Jakob (MJ)
Dr., MBA.
Rubrizierung: 2.22.2632.3432.212.3422.262 Empfohlene Zitierweise: Marko Jakob, Rezension zu: Wichard Woyke (Hrsg.): Staatsverschuldung. Schwalbach/Ts.: 2012, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/9277-staatsverschuldung_43267, veröffentlicht am 10.01.2013. Buch-Nr.: 43267 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken
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