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/ 21.06.2013
Detlef Jahn

Vergleichende Politikwissenschaft

Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften 2011 (Elemente der Politik); 124 S.; brosch., 12,95 €; ISBN 978-3-531-15209-7
So ganz lässt sich der Sinn des mit knapp 120 Textseiten tatsächlich sehr „kurzen Lehrbuch[s]“ (7) nicht erkennen, zumal der Verfasser selbst auf seine nur vier Jahre zuvor veröffentlichte, sehr viel ausführlichere „Einführung in die Vergleichende Politikwissenschaft“ (siehe Buch-Nr. 22895) verweist. Dieses Buch richte sich, schreibt Jahn im Vorwort, an „jene, die an der sozialwissenschaftlichen Analyse politischer Prozesse interessiert sind“, insbesondere an jene, die sich mit dem Gedanken eines Politikwissenschaftsstudiums tragen. Sogar für „interessierte Laien“ soll das Buch geeignet sein. Ob für einen solchen Adressatenkreis aber der weitgehende Verzicht auf die Darstellung konkreter Forschungsbereiche der Vergleichenden Politikwissenschaft und die eher sporadischen Hinweise auf bestimmte Fälle sinnvoll sind, dürfte mehr als fraglich sein. Hinzu kommt eine ausgesprochen anspruchsvolle Wissenschaftssprache, die es gerade dem Laien einigermaßen schwer machen dürfte, Zielsetzung und Methodik – und um die geht es in dem Buch fast ausschließlich – der Vergleichenden Politikwissenschaft zu verstehen. Hilfreich scheint das Buch eher für jene Leser zu sein, die bereits gut mit der Wissenschaftslogik der Politologie vertraut sind und sich – neben den Zielen und Methoden – kursorisch über die Begründung und „Zukunft“ (109) der Vergleichenden Politikwissenschaft orientieren wollen. Diese vier Bereiche sind es jedenfalls, die Detlef Jahn in knapp 10-20-seitigen Kapiteln darstellt. Darin erfährt man alles Wissenswerte über die Anlage, Struktur und Auswertung vergleichender Fallstudien, die verschiedenen einschlägigen Forschungsdesigns (most similar bzw. most dissimilar case design) und die zunehmende Verbindung von qualitativen und quantitativen Studien bzw. Vorgehensweisen. Ist man also mit der sozialwissenschaftlichen Terminologie vertraut, so ist das Buch sicher ein geeigneter Kurzeinstieg in die Vergleichenden Politikwissenschaft – Erstsemester oder gar Laien sollten wohl doch eher auf die umfassendere Einführung von Jahn zurückgreifen.
Sven Leunig (SVL)
Dr., Politologe, Akademischer Rat, Institut für Politikwissenschaft, Universität Jena (www.svenleunig.de).
Rubrizierung: 2.11.1 Empfohlene Zitierweise: Sven Leunig, Rezension zu: Detlef Jahn: Vergleichende Politikwissenschaft Wiesbaden: 2011, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/28194-vergleichende-politikwissenschaft_33157, veröffentlicht am 25.01.2011. Buch-Nr.: 33157 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken
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