/ 20.06.2013
Vernichten und Erinnern
Dirk Rupnow
Vernichten und Erinnern. Spuren nationalsozialistischer Gedächtnispolitik
Göttingen: Wallstein Verlag 2005; 384 S.; geb., 32,- €; ISBN 3-89244-871-XNach Abschluss der vollständigen Vernichtung der europäischen Juden hätten die Nationalsozialisten keineswegs die vollkommene Auslöschung des Gedächtnisses an die Juden geplant. Im Gegenteil: Es habe zahlreiche wissenschaftliche Experten auf dem Gebiet der „Judenforschung“ gegeben, schreibt der Autor. Auch die Vielzahl von fotografischen und filmischen Dokumentationen der Opfer in ihren sozialen Kontexten wie auch der an ihnen verübten Verbrechen sei ein Beleg für den Archivierungswi...
Dirk Rupnow
Vernichten und Erinnern. Spuren nationalsozialistischer Gedächtnispolitik
Göttingen: Wallstein Verlag 2005; 384 S.; geb., 32,- €; ISBN 3-89244-871-XNach Abschluss der vollständigen Vernichtung der europäischen Juden hätten die Nationalsozialisten keineswegs die vollkommene Auslöschung des Gedächtnisses an die Juden geplant. Im Gegenteil: Es habe zahlreiche wissenschaftliche Experten auf dem Gebiet der „Judenforschung“ gegeben, schreibt der Autor. Auch die Vielzahl von fotografischen und filmischen Dokumentationen der Opfer in ihren sozialen Kontexten wie auch der an ihnen verübten Verbrechen sei ein Beleg für den Archivierungswillen. Das gemeinsame Ziel dieser Bemühungen sei eine „Arisierung des Gedächtnisses“ (317) gewesen, so eine Kernthese des fesselnden Buches. Die Musealisierung der Opfer und ihrer Hinterlassenschaften habe dazu gedient, das für die nationalsozialistische Ideologie notwendige Feindbild zu konservieren.
Kaspar Nürnberg (KN)
M. A., Historiker, Geschäftsführer des Vereins Aktives Museum, Berlin.
Rubrizierung: 2.312
Empfohlene Zitierweise: Kaspar Nürnberg, Rezension zu: Dirk Rupnow: Vernichten und Erinnern. Göttingen: 2005, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/23537-vernichten-und-erinnern_27023, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 27023
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M. A., Historiker, Geschäftsführer des Vereins Aktives Museum, Berlin.
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