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/ 04.06.2013
Petra Küchler

Zur Konstruktion von Weiblichkeit. Erklärungsansätze zur Geschlechterdifferenz im Lichte der Auseinandersetzung um die Kategorie Geschlecht

Pfaffenweiler: Centaurus-Verlagsgesellschaft 1997 (Aktuelle Frauenforschung 33); 82 S.; 38,- DM; ISBN 3-8255-0110-8
Differenztheoretisch orientierte Geschlechterforschung steht vor dem Problem, daß mit der Bestimmung einer wie auch immer gearteten Andersartigkeit von Frauen zugleich auch die Unterschiedlichkeit der Geschlechter aufs Neue erzeugt und/oder reproduziert und somit auch theoretisch festgeschrieben wird. Konstruktivistische Ansätze der Geschlechterforschung betonen deshalb die soziale Konstruiertheit der Kategorie Geschlecht selbst und versuchen so, diese theoretische Festschreibung zu überwinden. Dies hat aber zur Folge, daß die Kategorie Geschlecht als wesentliches Moment sehr realer Macht- und Chancenungleichheiten in konstruktivistischer Beliebigkeit zu verschwinden droht. Diese oft diskutierten Zusammenhänge werden von der Autorin am Beispiel des differenztheoretischen Konzeptes des weiblichen Arbeitsvermögens sowie durch die Darstellung zentraler Aspekte verschiedener konstruktivistischer Modelle (u. a. aus der Ethnomethodologie) verdeutlicht. Zudem versucht sie, den radikalen Konstruktivismus auf die Frage nach der Konstruktion der Kategorie Geschlecht anzuwenden. Sie kommt zu dem in der Literatur schon öfter entwickelten Ergebnis, daß sowohl differenztheoretische als auch konstruktivistische Konzepte, auch wenn sie sich theoretisch zu widersprechen scheinen, sinnvoll und notwendig sind, um Geschlechterforschung angemessen betreiben zu können.
Silke Becker (Be)
Dipl.-Soziologin; freie Journalistin.
Rubrizierung: 2.272.36 Empfohlene Zitierweise: Silke Becker, Rezension zu: Petra Küchler: Zur Konstruktion von Weiblichkeit. Pfaffenweiler: 1997, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/6178-zur-konstruktion-von-weiblichkeit_8401, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 8401 Rezension drucken
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