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Essay / 09.04.2026

Was hat Ferdinand Tönnies uns heute noch zu sagen?

Bild: TN Cb 54.14:01 in der Schleswig-Holsteinischen Landesbibliothek.
Bild: TN Cb 54.14:01 in der Schleswig-Holsteinischen Landesbibliothek.

Am 9. April 1936 verstarb Ferdinand Tönnies. Anlässlich seines 90. Todestags blickt Sebastian Klauke auf das Leben des bedeutenden Soziologen zurück und erklärt die anhaltende Aktualität seines Werks für gegenwärtige Debatten, insbesondere zu den Begriffen von Gemeinschaft und Gesellschaft.

Ein Essay von Sebastian Klauke

Am heutigen 9. April jährt sich der Todestag von Ferdinand Tönnies zum 90. Mal. Wer war dieser bedeutende Schleswig-Holsteiner, dessen Leben und Wirken stets auch eng mit Kiel und der Kieler Universität verbunden war, der jedoch häufig nur auf das Begriffspaar Gemeinschaft und Gesellschaft reduziert wird? Und warum sind er und sein Denken auch heute noch für das Verständnis und die Analyse unserer gegenwärtigen politisch-gesellschaftlichen Verhältnisse wichtig und nicht Gegenstand bloßen ideengeschichtlichen Interesses? Im Folgenden werden Leben und Werk Tönnies‘ skizziert, um deutlich zu machen, wie viel sein Werk uns heute noch zu sagen hat.

Tönnies kam am 26. Juli 1855 bei Oldenswort gelegen auf der Halbinsel Eiderstedt zur Welt. Er hatte sechs Geschwister, sein Vater war ein vermögender Viehhändler. Als Jugendlicher lernte er den Dichter Theodor Storm kennen, mit dem ihn eine freundschaftliche Beziehung bis zu dessen Tode im Jahr 1888 verband. Zur Eröffnung eines Denkmals für Storm zehn Jahre später hielt Tönnies eine in den lokalen Zeitungen Schleswig-Holsteins vielbeachtete und verbreitete Rede.[1]

Nach dem Ende der Schulzeit studierte Tönnies klassische Philologie an den Universitäten in Jena, Berlin und Kiel. In Tübingen wurde er 1877 mit einer auf Latein verfassten Arbeit über das Orakel des Ammon promoviert. Anschließend schlug er eine akademische Laufbahn ein und verlagerte seinen Schwerpunkt auf Philosophie, dies jedoch mit ökonomischem und sozialwissenschaftlichem Einschlag. Der Weg erwies sich als nicht gradlinig, immer wieder haderte er mit den verschiedenen institutionellen Bedingungen, hinzu kamen persönliche Befindlichkeiten. 1881 erfolgte seine Habilitation. Im selben Jahrzehnt entdeckte er in britischen Archiven die Originalmanuskripte von Behemoth or the Long Parliament und The Elements of Law. Natural and Politic – politischen Werken von Thomas Hobbes. Mit deren Herausgabe und seiner späteren, in drei verschiedenen Auflagen erschienenen Hobbes-Monografie schuf Tönnies die Grundlagen für die moderne Hobbes-Rezeption.[2] Nach jahrelangem Ringen veröffentlichte er 1887 Gemeinschaft und Gesellschaft, sein Hauptwerk, mit dem er bis heute im Guten wie Schlechten in Verbindung gebracht wird. Der Originaluntertitel lautete Abhandlung des Communismus und des Socialismus als empirischer Culturformen. Ab 1912, als die zweite Auflage erschien, änderte er den Untertitel auf Grundbegriffe der reinen Soziologie.[3] Tönnies entwickelte nämlich, nicht untypisch für diese Zeit, ein eigenes soziologisches System.

1894 heiratete Tönnies Marie Sieck, mit der er ab 1898 eine eigene Familie gründete. Die beiden wurden Eltern von insgesamt fünf Kindern, die alle das Erwachsenenalter erreichten. Gemeinsam lebten die Eheleute in den 1890er-Jahren in Altona, von 1900 bis 1921 in Eutin, dann bis zum Lebensende in Kiel.

In akademischer Hinsicht blieb Tönnies lange Jahre ohne eine ordentliche Professur. Gründe waren auch sein publizistisches wie öffentliches Engagement bei Reden und Vorträgen für die Deutsche Gesellschaft für ethische Kultur ab 1892[4] sowie sein Eintreten für die Belange der Arbeiter im Hamburger Hafenarbeiterstreik 1896/1897. Erst 1908 wurde er, zunächst außerordentlich, zum Professor ernannt, 1916 ließ er sich allerdings entpflichten, um als freier Publizist zu leben. Ab 1921 war er an der Kieler Universität mit einem Lehrauftrag für Soziologie tätig. Anfang 1933 wurde er von den an die Regierung gekommenen Nationalsozialisten entlassen, was immense materielle Folgen für ihn und seine Frau hatte. Ab 1910 engagierte sich Tönnies für die neu gegründete Deutsche Gesellschaft für Soziologie und wurde so, neben seinen einschlägigen Veröffentlichungen, zu einem der maßgeblichen Begründer der Soziologie als eigenständiger akademischer Disziplin. Von 1922 bis 1933 war er der Präsident dieser Organisation.

In der Zeit des Ersten Weltkriegs zeichnete sich Tönnies auch als Propagandist für sein Vaterland verantwortlich, ohne jedoch den Krieg als solchen irgendwie begeistert zu begrüßen. Auf Seiten des Deutschen Kaiserreichs analysierte er einen berechtigten Verteidigungskrieg, der sich gegen England und Russland zur Wehr setzte, hinzu kamen Übersetzungen seiner einschlägigen Werke ins Dänische und Englische. Außerdem ging er in Skandinavien auf Reisen, um die dortige politische Stimmung im deutschen Sinne zu beeinflussen. Die genauen Ausmaße dieser Aktivitäten sind noch nicht umfassend erforscht.[5] Noch während des Krieges machte er sich Gedanken um eine Nachkriegsordnung, in der der Frieden basierend auf Ausgleich und der Kooperation europäischer politischer Demokratien langfristig bewahrt wäre. Auch die Kriegsschuldfrage wurde für einige Jahre zu einem bestimmenden Thema, wobei er insbesondere den russischen Zarismus und die Briten in der Verantwortung sah.

Ein wichtiger Bezugspunkt für die Sozialdemokratie und die Stadt Kiel

Politisch bewegte sich Tönnies immer im Umfeld der Sozialdemokratie, wenngleich er erst 1930 Parteimitglied wurde. Einem spezifischen Spektrum innerhalb dieser lässt er sich nicht zuordnen, er bewahrte sich immer eine gewisse Distanz, nur die radikale Linke lehnte er entschieden ab. Sein Nachruf auf August Bebel erschienen pseudonym, ebenso sein Beitrag zu einer Reform des Parteiprogramms.[6] Er war ein Kritiker des Kapitalismus, zeitlebens war Karl Marx für ihn ein wichtiger Bezugspunkt. Friedrich Engels hatte er persönlich getroffen. Er strebte eine staatssozialistische, demokratische Ordnung an, in der er den Widerspruch zwischen Kapital und Arbeit auf friedlichem Wege stillgelegt wissen wollte. Gelingen sollte dies auch über eine starke genossenschaftliche Komponente, außerdem setzte er sich für die Sozialreform und auch Bodenreform ein. Der Klassenkampf sollte im Rahmen einer demokratisch verfassten Ordnung stets friedvoll verlaufen. Eine radikale Revolution von links lehnte er ab. Kommunismus als politische Denkrichtung und dessen reale Umsetzung etwa in Form der Sowjets waren ihm ein Gräuel. In all seinen Lebensphasen kritisierte er die jeweilige politische Ordnung, einzig die Weimarer Republik verteidigte er auch öffentlich, trotz bestehender Mängel, die er ebenfalls thematisierte. In den 1920er-Jahren stieg er zu einem im gesamten deutschsprachigen Raum und darüber hinaus bekannten öffentlichen Intellektuellen auf und trat als solcher gegen die erstarkenden Nationalsozialisten auf.

Tönnies war generationenübergreifend eine wichtige Bezugsperson in Kiel für Studierende und Promovierende, einige wenige habilitierten bei ihm. Eine Schule im engen Sinne begründete er nicht, dennoch wurde von einer Tönnies-Schule gesprochen. Bekannte Schüler waren Kurt Albert Gerlach, Alfred Meusel und Otto Neurath.[7] Tönnies hatte außerdem gute Verbindungen zum Kieler Institut für Weltwirtschaft, an dem er im Gebiet der Statistik auch tätig war und das er gemeinsam mit dem Gründer Bernhard Harms prägte.[8]

Das Jahr 1933 und der Machtantritt der Nationalsozialisten bedeuteten einen großen persönlichen Einschnitt: Wenngleich nicht mit einem Berufsverbot belegt, schwanden die Möglichkeiten, zu publizieren und Vorträge zu halten, was seine Einnahmen bedeutend reduzierte. Wie erwähnt, wurde er umgehend aus der Universität entlassen. Freilich verstummte er bis zuletzt nicht völlig, und er verschwand auch nichts vollends aus der öffentlichen Wahrnehmung. Die schwindende Gesundheit forderte jedoch auch ihren Tribut. 1935 erschien mit Geist der Neuzeit seine letzte Monografie, die er dank der Hilfe zweier enger Schüler fertigstellen konnte, außerdem realisierte er noch die letzte, wiederum leicht veränderte Auflage von Gemeinschaft und Gesellschaft. Noch kurz vor seinem Tod 1936 wurde Tönnies eine Festschrift zu seinem 80. Geburtstag überreicht, an der viele seiner Weggefährten und Schüler, die bereits teilweise emigriert (oder auf dem Weg dahin) waren, beteiligt waren. Er selbst steuerte eine mit seiner Sekretärin Else Brenke verfasste Bibliografie seiner Schriften bei. Sein Tod wurde im gesamten deutschsprachigen Raum zur Kenntnis genommen, ebenso im Ausland, es erschienen Dutzende Nachrufe in regionalen wie überregionalen Zeitungen und Zeitschriften.

Tönnies‘ wissenschaftliches Schaffen umfasst mehr als 1.200 veröffentlichte Texte, darunter Dutzende Monografien, hunderte Besprechungen, zahllose Aufsätze sowie Vorträge und Diskussionsbeiträge.[9] Übersetzungen erschienen insbesondere auf Französisch, Englisch und Italienisch.[10] In heiklen Zusammenhängen griff er auch auf Pseudonyme zurück.[11] Bis heute werden seine Bücher übersetzt oder erleben Neuauflagen. Tönnies gehört zum Kanon der Soziologie und der Sozialwissenschaften, wobei er in quantitativer Hinsicht eindeutig im Schatten von Max und Georg Simmel steht. Es sind nur rund ein Dutzend Promotionen über ihn nachzuweisen, bei Habilitationen ist es nur eine. Arbeiten, die mit ihm und seinen Überlegungen arbeiten, sind ebenfalls eher selten.

Die 1956 gegründete Kieler Ferdinand-Tönnies-Gesellschaft veröffentlicht seit 1998 eine auf 24 Bände angelegte Ferdinand Tönnies Gesamtausgabe,[12] die alle bekannten, zu seinen Lebzeiten erschienenen Arbeiten umfasst, versehen mit erläuternden editorischen Fußnoten samt einem Bericht zum jeweiligen Kontext, zur Rezeption und der Entstehung. Die Arbeiten werden Ende 2031 abgeschlossen sein. Tönnies‘ Themenspektrum ist enorm breit gefächert: von der Philosophie, über die Sozialwissenschaften, Nationalökonomie und die Statistik bis hin zu Arbeiten über die Öffentliche Meinung, tagesaktuellen Kommentaren, Rezensionen sowie Nachrufen.

Tönnies-Lektüre lohnt für die Debatten der Gegenwart

An welchen Stellen hat uns Ferdinand Tönnies noch heute etwas zu sagen? Es sind insbesondere drei Themengebiete, bei denen eine Bezugnahme auf Tönnies lohnend ist:

Zum Ersten, wenn es darum geht, sich als Hochschullehrer politisch zu engagieren und in die politisch-gesellschaftlichen Debatten einzumischen, sei es mit Vorträgen, Diskussionsbeiträgen oder Analysen. Die Verteidigung der Demokratie und der staatlichen Ordnung lassen sich mit Tönnies – seiner Praxis wie Theorie – begründen und legitimieren, ebenso aber auch deren Kritik, die auf eine Verbesserung der Verhältnisse abzielt.

Zum Zweiten, mit dem ersten Punkt verknüpft, die Analyse und das Verständnis von öffentlicher Meinung. Wie entsteht sie, mit welchen Dynamiken haben wir es zu tun, wie ist sie mit unserer politischen Gesellschaft verbunden, wie wirken diese Teilbereiche aufeinander ein und welche Rollen kommen den verschiedenen Medien zu? Auch Fragen von Demokratie und kapitalistischer Ordnung lassen sich hier weiterverfolgen, gerade auch im Zeitalter des Digitalen, in dem bekanntlich die Funktionsweise und die interne Organisation der Medien vollkommen verändert scheinen.

Zum Dritten und derzeit wohl am wichtigsten: Mit Tönnies lässt sich die Debatte rund um Gemeinschaft und Gesellschaft wesentlich differenzierter betrachten und auch gegen Versuche von rechts, positive Bezüge auf völkische Gemeinschaft herzustellen, verteidigen. Tönnies erweist sich dabei keinesfalls als Apologet der Gemeinschaft, im Gegenteil, er benennt deutlich deren Fallstricke und Enge, Gemeinschaft kann auch immer ein spezifisches Herrschaftsverhältnis beinhalten. Individuelle Freiheit und Entfaltung sind keine Selbstverständlichkeiten. Die Schrecken der Gesellschaft zeigt er ebenso auf, benennt aber auch deren Vorzüge im Vergleich zu konservativen gemeinschaftlichen Verhältnissen. Damit verbunden sind auch Fragen der Identität und Identitätsbildung und wiederum der Kapitalismuskritik.

Wie versteht Tönnies Gemeinschaft und Gesellschaft? Er entwickelte beide als Sozialformationen, wobei sich mit Beginn des Kapitalismus die reale Entwicklung von der Gemeinschaft hin zur Gesellschaft vollzog, verbunden auch mit einem Wandel der Willensdispositionen – weg von einer Selbstzweck-Orientierung hin zu zweckrationalem Handeln. Darin findet sich eine eigene Subjekttheorie. Die Menschen orientieren sich nicht länger nur entlang eigener Bedürfnisse und Ziele sowie dem engsten Kreis, – sondern verfolgen beispielsweise das abstrakte Ziel, innerhalb der kapitalistischen Verhältnisse Kapital – anzuhäufen und gehen dabei vermeintlich beziehungs- und emotionslos vor, also unter Absehung enger persönlicher Verbindungen bzw. werden diese instrumentalisiert.

Denn so wie eher gemeinschaftlichem Zusammenleben eine mehr oder weniger antagonistische, nämlich gesellschaftliche Kooperation folgt – wohlgemerkt, es handelt sich nicht um ein entweder/oder, sondern um ein jeweiliges Überwiegen –, so verändern und verschieben sich damit wechselwirkend die Intentionen in den willentlichen Bestrebungen der Menschen. Im eher durch Subsistenz- und Naturalwirtschaft gekennzeichneten dörflichen Zusammenleben früherer Perioden – wobei die Ungleichzeitigkeit frühgesellschaftlicher Städte und deren Auswirkung mit zu berücksichtigen ist – würde eher das gemeinschaftliche Überleben im harten Mittelpunkt stehen (die traditionale Gemeinschaft ist mitnichten eine Idylle), während in den Zeiten der manufaktur- und industriellen Periode Dispositionen des Einzelsubjekts immer wichtiger werden, die es zur Ausbildung eines Kalküls bewegen, in dem andere Menschen immer häufiger lediglich als Mittel zu seinen Zwecken betrachtet und behandelt werden.

Es geht also auch um die Veränderung der Bewusstseinsebene, die mit den Veränderungen in den kapitalistischen Reproduktionsverhältnissen korrespondiert. Die sozialen Verbindungen der Menschen lockern sich. Gemeinschaft wird brüchiger – und lässt sich weniger bewusst einfach herstellen. Eine Folge ist Entfremdung. Ein Ankerpunkt ist für Tönnies die Genossenschaftsbewegung, sozusagen als Insel im Alltag, die diese Entwicklung abmildert.

Real findet sich aber immer eine Mischung der beiden Verhältnisse. Die tendenzielle Entwicklung von der Dominanz der Gemeinschaft zur Gesellschaft ist keine Verfallsgeschichte, die Tönnies wehmütig darstellt, sondern eine Zuspitzung der Entwicklung. Seine eigene Position ist dabei als Kritik allzu liberaler Ansichten zu verstehen, die die Fortentwicklung zu sehr unkritisch begleiten und begrüßen. Zugleich gibt es keine fixierte Identität mehr, Herkunft und soziale Verhältnisse bestimmen nicht notwendigerweise über das eigene gelungene Leben. Biologisch argumentierende Positionen lehnt Tönnies rundweg entschieden ab und nimmt sie nicht als adäquate Argumentationsweise ernst.

Mit Tönnies kann es keine Weltgemeinschaft geben, denn diese ist zu groß und nicht mehr unmittelbar. Gemeinschaft oder Gesellschaft, die auf reiner Abstimmung basieren, kommen bei ihm ebenso nicht in Frage. Eine Ordnung ohne Staat und staatliche verfasste Demokratie ist für ihn nicht denkbar. Zugleich geht es immer darum, die Einzelnen auch zu schützen und ihnen Freiraum zu geben. Am ehesten wäre dies wohl mit einer Weltgesellschaft mit der Unterteilung in staatliche Gemeinschaften zu haben, die wiederum in einem stabilen, friedlichen Verhältnis zueinanderstehen. Die kapitalistischen Verwerfungen müssen aufgehalten und rückgängig gemacht werden, nur so ist der soziale Frieden nach innen und außen zu gewährleisten.


Anmerkungen:

[1] Mehr zu Storm bei Tönnies siehe: Klauke, Sebastian (2022): Über Theodor Storm bei Ferdinand Tönnies, in: Schriften der Theodor-Storm-Gesellschaft, Band 71, S. 17-27, online unter: https://www.storm-gesellschaft.de/fileadmin/user_upload/Jahrbuecher/flipbooks/71-2022/index.html#p=18 [letzter Zugriff: 19.03.2026].

[2] Siehe hierzu den Band 3.2 der Ferdinand Tönnies Gesamtausgabe, Thomas Hobbes. Leben und Lehre 1896–1925, Boston/Berlin 2025, und hier insbesondere den umfassenden und gründlichen editorischen Bericht des Herausgebers Jens Herold, S. 403-586.

[3] Die letzte Auflage zu Lebzeiten wurde 1935 veröffentlicht, der Vergleich aller Auflage sowie die umfassend Rezeptionsgeschichte finden sich im Band 2 der Ferdinand Tönnies Gesamtausgabe: 1880–1935: Gemeinschaft und Gesellschaft, hrsg. v. Bettina Clausen und Dieter Haselbach, Berlin/New York 2019.

[4] Siehe die einschlägige Monografie: Wierzock, Alexander (2022): Ferdinand Tönnies (1855-1936). Soziologe und Ethiker, Würzburg: Königshausen-Neumann.

[5] Hierzu diese Bände 9 und 10 der Tönnies Gesamtausgabe, sowie – mit neuen Erkenntnissen, der für 2027 vorgesehen Band 11.

[6] Wierzock, Alexander (2015): Nähe und Distanz eines Intellektuellen zur Sozialdemokratie. Ein vergessenes Gutachten des Soziologen Ferdinand Tönnies zur Revision des Erfurter Programmes (darin: Normannus: Das Programm der Sozialdemokratie. Vorschläge für seine Erneuerung, Berlin 1920, S. 17-24, hier S. 334-342) in: Archiv für Sozialgeschichte, Bd. 55, S. 321-342.

[7] Zu den Schülern von Tönnies siehe: Klauke Sebastian/ Wierzock, Alexander (2023): Zur Schulbildung um Ferdinand Tönnies: Annäherungen an einen Personenzusammenhang, in: Zyklos. Jahrbuch für Theorie und Geschichte der Soziologie, Jg. 7, S. 449-474.

[8] Vgl. Eiling, Lisa (2023): Primat der Praxis. Bernhard Harms und das Institut für Weltwirtschaft 1913-1933, Tübingen: Mohr Siebeck.

[9] Vgl.: Klauke, Sebastian (2023): Ein Blick in die Werkstatt der Tönnies Gesamtausgabe – wie viele Text hat Tönnies veröffentlicht?, in: Kieler Sozialwissenschaftliche Revue. Internationales Tönnies-Forum, 1 Jg., Heft 2, S. 148-149, online unter: https://doi.org/10.3224/ksr.v1i2.07 [letzter Zugriff: 19.03.2026].

[10] Vgl.: Klauke, Sebastian (2024): Tönnies als Autor jenseits des deutschen Sprachraums, in: Kieler sozialwissenschaftliche Revue. Internationales Tönnies-Forum, 2 Jg., Heft 1, S. 99-103, online unter: https://doi.org/10.3224/ksr.v2i1.12 [letzter Zugriff: 19.03.2026].

[11] Vgl.: Klauke, Sebastian (2023): Tönnies in disguise – zur Verwendung von Pseudonymen im Werk von Ferdinand Tönnies, in: Kieler Sozialwissenschaftliche Revue. Internationales Tönnies-Forum, 1 Jg., Heft 2, S. 150-153, online unter: https://doi.org/10.3224/ksr.v1i2.08 [letzter Zugriff: 19.03.2026].

[12] Als Übersicht: Klauke, Sebastian (2025): Zum Stand der Tönnies-Forschung, in: Zyklos 8. Jahrbuch für Theorie und Geschichte der Soziologie, hrsg v. Martin Endreß und Stephan Moebius, Wiesbaden, S. 233-255. Parallel gibt die FTG die Kieler sozialwissenschaftliche Revue heraus, bei der Tönnies ein wichtiger Anker ist. Die Zeitschrift erscheint zwei Mal jährlich Open Access, online unter: https://budrich-journals.de/index.php/ksr [letzter Zugriff: 19.03.2026].



DOI: https://doi.org/10.36206/ES26.1
CC-BY-NC-SA