Skip to main content
/ 20.06.2013
Elisabeth Niejahr

Alt sind nur die anderen. So werden wir leben, lieben und arbeiten

Frankfurt a. M.: S. Fischer 2004; 192 S.; geb., 17,90 €; ISBN 3-10-053704-1
In wenigen Jahrzehnten werden die geburtenstarken Jahrgänge in das Rentenalter kommen und ein großer Teil der deutschen Bevölkerung wird dann über 60 Jahre alt sein. Die Lebensweise und die Ansprüche der Senioren der Zukunft werden sich mit hoher Wahrscheinlichkeit stark von traditionellen Vorstellungen über das Leben im Alter unterscheiden. Die Überalterung hat folglich nicht nur Auswirkungen auf die Finanzierung der sozialen Sicherungssysteme; viel entscheidender sei die Ausgestaltung der Lebensbedingungen einer sich verändernden Gesellschaft. Doch genau hier liege das zentrale Problem, so die Journalistin, denn diese Fragen würden in der aktuellen demografischen Debatte kaum berücksichtigt. Niejahr erläutert die Konsequenzen der Überalterung und zeigt anhand zahlreicher Beispiele, dass eine alternde Gesellschaft keineswegs zwangsläufig unflexibel, unkreativ, rückwärts gewandt und unproduktiv sein muss. Wichtiger als die Diskussion um künstliche Hüftgelenke für 80-Jährige sei ein anderer Umgang der Gesellschaft mit dem Alter - dies reiche vom notwendigen Umdenken in den Personalabteilungen der Unternehmen bis hin zur Einführung neuer Wohnformen. Ähnlich wie in der Frauenbewegung sei auch bei den Älteren jedoch keineswegs von gleich gerichteten Interessen und homogenen Bedürfnissen auszugehen. Dementsprechend schwierig sei die Umsetzung von entsprechenden Reformen und Veränderungen.
Silke Becker (BE)
Dipl.-Soziologin; freie Journalistin.
Rubrizierung: 2.32.22.35 Empfohlene Zitierweise: Silke Becker, Rezension zu: Elisabeth Niejahr: Alt sind nur die anderen. Frankfurt a. M.: 2004, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/22495-alt-sind-nur-die-anderen_25668, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 25668 Rezension drucken
CC-BY-NC-SA