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/ 11.06.2013
Ingrid Müller-Münch

Biedermänner und Brandstifter. Fremdenfeindlichkeit vor Gericht

Bonn: Verlag J. H. W. Dietz Nachfolger 1998 (Dietz Taschenbuch 79); 253 S.; 12,68 €; ISBN 3-8012-3079-1
An acht exemplarisch geschilderten Hauptverhandlungen belegt die Autorin ihren Eindruck der richterlichen Verharmlosung von fremdenfeindlichen Gewalttaten. Viel Verständnis für die Täter und wenig für die Opfer brächten die Richter auf. Noch mehr Sorgen bereitet ihr aber, "daß die angeblich gestiegene Aufmerksamkeit für die rechtsextreme Szene sich nur selten bis in die Gerichtssäle hinein fortsetzt" (13); denn immer noch würde es bei Straftaten aus dem rechtsradikalen Milieu an Interesse an der Aufklärung des politischen Hintergrunds mangeln. Denn: "Kurze Prozesse helfen wenig, um diese Jugendlichen und Herwachsenden zu verstehen. Gründliche Gerichtsverfahren mit einer umfassenden Suche nach Motiven, dem Aufdecken des politischen Umfeldes und einem Hinterfragen familiärer Prägungen könnten allerdings dazu beitragen, diese Täter besser kennenzulernen" (239). Inhalt: 1. Hünxe. Unser Dorf soll schöner werden; 2. Wuppertal. Ein deutsches Thekengespräch und seine Folgen; 3. Neuss. Verkehrsunfall oder Mord?; 4. Solingen. Eine Stadt in Aufruhr; 5. Hattingen. Ein Opfer wird zur Täterin; 6. Detmold. Mit Kuchen zum Antrittsbesuch; 7. Gladbeck. Verräter müssen sterben; 8. Lübeck. Von verschwundenen Haarspitzen und fehlenden Augenbrauen; 9. Wer sind die Täter?
Heinz-Werner Höffken (HÖ)
Dr., wiss. Mitarbeiter, Institut für Politikwissenschaft, Helmut-Schmidt-Universität, Hamburg.
Rubrizierung: 2.352.37 Empfohlene Zitierweise: Heinz-Werner Höffken, Rezension zu: Ingrid Müller-Münch: Biedermänner und Brandstifter. Bonn: 1998, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/9324-biedermaenner-und-brandstifter_13919, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 13919 Rezension drucken
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