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/ 17.06.2013
Irene Diekmann / Julius H. Schoeps (Hrsg.)

Das Wilkomirski-Syndrom. Eingebildete Erinnerungen oder Von der Sehnsucht, Opfer zu sein

Zürich/München: Pendo Verlag 2002; 367 S.; brosch., 16,90 €; ISBN 3-85842-472-2
Der Band ist dem Skandal um Binjamin Wilkomirskis erfundene Erinnerungen an die Shoah gewidmet. Das Potsdamer Moses Mendelsohn Zentrum hat zu diesem Thema der falschen beziehungsweise eingebildeten Erinnerung im Mai 2001 eine Konferenz veranstaltet. "Ausgehend von dem spektakulären Fall des Schweizer Schriftstellers Wilkomirski, waren die Teilnehmer dieser Konferenz bemüht, den speziellen Fall, aber auch die verschiedenen Erscheinungsformen dieses Phänomens zu erörtern." (10) Im zweiten Teil des Bandes, in dem vor allem Perspektiven über den konkreten Fall hinaus aufgezeigt werden sollen, wurden auch Beiträge eingeworben, die nicht bereits als Vortrag auf der Tagung gehalten worden waren. Inhalt: Sander L. Gilman: Das Phänomen der eingebildeten Erinnerung. Zum Fall Wilkomirski (13-25). Der Fall Wilkomirski - das Buch "mit dem Gewicht dieses Jahrhunderts" (NZZ vom 14.11.1995): Stefan Mächler: Das Opfer Wilkomirski. Individuelles Erinnern als soziale Praxis und öffentliches Ereignis (28-85); Stefan Mächler: Aufregung um Wilkomirski. Genese eines Skandals und seine Bedeutung (86-131); Daniel Ganzfried: Wilkomirski, ein Lehrstück aus dem Holocaust-Zirkus (132-156); Hans Stoffels: Das Trauma als Faszinosum. Zur Psycho(patho-)logie von Pseudoerinnerung und Pseudoidentität (157-179); Eva Lezzi: "Tell zielt auf ein Kind". Wilkomirski und die Schweiz (180-214). Andere Verwandlungsfälle: Gabriele Rosenthal: Erzählte Lebensgeschichten zwischen Fiktion und Wirklichkeit. Zum Phänomen "falscher" Identitäten (216-235); Barbara Breysach: Stellvertretung oder Verdrängung? Jakob Littners Erinnerungen und Wolfgang Koeppens "Roman" (236-261); Lothar Mertens: Eine Christin als "Rabbinerin": Karin Mylius (262-272); Julius H. Schoeps: Die deutsch-jüdische Anormalität. Norman G. Finkelstein, die Nachgeborenen und die paranoiden Züge unserer Gedenkkultur (273-287); Klaus Harpprecht: Von Lea, von Jakob, von Edith und einer Lebenslüge (288-292); Henryk M. Broder: Verliebt in eine tote Kobra. Über die unglaubliche Lebensgeschichte der Misha Defonseca (293-300); Elke Liebs: MUNDUS VULT DECIPI. Der multiple Kampf um die Erinnerung. Wilkomirski versus Zvi Kolitz u. a. (301-334).
Markus Lang (ML)
Dr., Politikwissenschaftler.
Rubrizierung: 2.35 Empfohlene Zitierweise: Markus Lang, Rezension zu: Irene Diekmann / Julius H. Schoeps (Hrsg.): Das Wilkomirski-Syndrom. Zürich/München: 2002, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/16995-das-wilkomirski-syndrom_19519, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 19519 Rezension drucken
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