/ 04.12.2014
Laura Konzelmann / Michael Bergmann / Hans Rattinger
Demographic Change in Germany – its Political Consequences
Baden-Baden: Nomos Verlagsgesellschaft 2014 (Studien zur Wahl und Einstellungsforschung 27); 338 S.; brosch., 64,- €; ISBN 978-3-8487-0822-2Die Autorin und die Autoren untersuchen quantitativ, welchen Einfluss der demografische Wandel auf politische Einstellungen und das Wahlverhalten hat. Dabei verzichten sie jedoch gänzlich auf Handlungsempfehlungen. Zunächst werden die Methodik und die genutzten Variablen sorgfältig beschrieben und begründet. Die Studie basiert auf drei Datenquellen: Erstens werden aggregierte Wahlergebnisse und Wahlbeteiligungen zwischen 1953 und 2009 analysiert. Allerdings seien die Rückschlüsse anhand dieser aggregierten Daten problematisch, da sie Konsequenzen des demografischen Wandels häufig überzeichneten oder unterschätzten. Deswegen nutzen Konzelmann, Bergmann und Rattinger zweitens die repräsentative Wahlstatistik, mit der politische Einstellungen gemessen und interpretiert werden. Drittens wurde eigens für die Studie eine Umfrage zwischen Januar und September 2011 durchgeführt, bei der knapp 4.000 Personen telefonisch interviewt wurden. In Abhängigkeit von Parteizugehörigkeit und Alter wurden Meinungen zu Wohlfahrtstaat, Gesundheitswesen, Alterssicherung, Bildung und Arbeitslosigkeit gesammelt. Einige gängige Annahmen finden Bestätigung: Ältere Personen wählen eher die Unionsparteien, identifizieren sich häufiger mit einer politischen Partei, zeigen größeres politisches Interesse und sind zufriedener mit dem Zustand der Demokratie. Allerdings widerlegen die Autor_innen auch einige Hypothesen. Beispielsweise weisen – zumindest in Westdeutschland – Wahlkreise mit einer höheren Altersstruktur tendenziell eine geringere Wahlbeteiligung auf. Auch von der Spekulation über eine zukünftige „Rentnerdemokratie“ müsse Abstand genommen werden: „Our results thus discard the frequently heard speculation about an immanent ,rule of the old‘ where elderly voters will be disproportionally represented among the people actually turning out“ (153). Die insgesamt 100 Diagramme und 28 Tabellen sind sehr gut in den Text integriert. Jedes Kapitel punktet durch eine stringente Struktur mit einer kurzen Einführung und einer kompakten Zusammenfassung. Zudem eignet sich das Werk für weitergehende Studien, da im Anhang auf über 50 Seiten die genutzten Daten abgedruckt sind.
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Rubrizierung: 2.3 | 2.331 | 2.332 | 2.35 Empfohlene Zitierweise: Stefan Müller, Rezension zu: Laura Konzelmann / Michael Bergmann / Hans Rattinger: Demographic Change in Germany – its Political Consequences Baden-Baden: 2014, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/37871-demographic-change-in-germany--its-political-consequences_46340, veröffentlicht am 04.12.2014. Buch-Nr.: 46340 Inhaltsverzeichnis Rezension druckenCC-BY-NC-SA