/ 20.06.2013
Kristina Nolte
Der Kampf um Aufmerksamkeit. Wie Medien, Wirtschaft und Politik um eine knappe Ressource ringen
Frankfurt a. M./New York: Campus Verlag 2005; 186 S.; kart., 24,90 €; ISBN 3-593-37904-XAufmerksamkeit ist in modernen Gesellschaften mit einem praktisch unüberschaubaren Informationsangebot eine äußerst knappe Ressource und dementsprechend begehrt. Der Kampf um Anerkennung, den jedes Individuum naturgegeben führen müsse, sei, so die These, heutzutage vornehmlich ein Kampf um diese knappe Aufmerksamkeit. Mit vielen Zitaten – von Bourdieu über Hegel bis Watzlawick – zeigt Nolte, dass sie sich durch die entsprechende Literatur aus Philosophie, Psychologie, Soziologie usw. gearbeitet hat, um die Bedeutung und die soziale Funktion beider Bedürfnisse zu verorten. Dabei hat die Darstellung eher den Charakter einer kursorischen Zusammenstellung. Auch die Politik müsse unter den Bedingungen einer entwickelten Mediengesellschaft zunehmend ein gezieltes Aufmerksamkeits-Management betreiben; die Folge seien u. a. die so genannte Amerikanisierung der Wahlkämpfe, Politainment, Personalisierungsstrategien usw. Exemplarisch erläutert die Autorin, welche dieser Strategien der inzwischen verstorbene FDP-Politiker Jürgen Möllemann bei seinem Kampf um öffentliche Wahrnehmung anwendete. Zusammendfassend reduziert sie diese auf: „Provozieren und Personalisieren, Simplifizieren, Visualisieren und Unterhalten.“ (157) Auch dies sind keine wirklich neuen Erkenntnisse, die über die massenmedial verbreiteten Analysen und Kommentare hinausgehen.
Silke Becker (BE)
Dipl.-Soziologin; freie Journalistin.
Rubrizierung: 2.333 | 2.331
Empfohlene Zitierweise: Silke Becker, Rezension zu: Kristina Nolte: Der Kampf um Aufmerksamkeit. Frankfurt a. M./New York: 2005, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/24934-der-kampf-um-aufmerksamkeit_28825, veröffentlicht am 25.06.2007.
Buch-Nr.: 28825
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Dipl.-Soziologin; freie Journalistin.
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