/ 21.06.2013
Jan Zeese
Die Macht der inneren Stimme. Verbandszeitschriften in der politischen Interessenvertretung
Marburg: Tectum Verlag 2008; 482 S.; pb., 34,90 €; ISBN 978-3-8288-9771-7Diss. Bonn. – Mit der Analyse von Verbandszeitschriften nimmt Zeese einen politischen Einflussfaktor näher in den Blick, der bislang nur unzureichend untersucht wurde. Der Text untergliedert sich in zwei Teile: Zunächst wird dem Leser ein breiter und detaillierter Überblick über historische und theoretische Grundlagen des Einflusses von Interessenverbänden speziell im Zeitalter der Mediendemokratie gegeben. Trotz der enormen Bandbreite der zu diskutierenden Aspekte gelingt es dem Autor, die zentralen Themen auf vergleichsweise engem Raum nachvollziehbar darzustellen. Im zweiten Teil folgt die eigentliche Analyse von 23 Verbänden, deren Zeitschriften über den Zeitraum von einem Jahr (2005) untersucht werden. Die Auswahl der Fallstudien erfolgte anhand einer eigens erstellten Typologie von Verbänden, die aber erwartungsgemäß nicht immer unmittelbar einleuchtend ist. Ergänzend wurden noch 23 Interviews mit repräsentativen Vertretern verschiedener Verbände geführt. Besonders in diesem zweiten Teil liegt auch die Stärke des Buches. Sowohl mit Blick auf den Untersuchungsgegenstand und das Erkenntnisinteresse als auch hinsichtlich des Umfangs der Studie wurde hier Neuland betreten. Auch wenn die Auswahl der Fallbeispiele keine Repräsentativität beanspruchen kann (und will), legt Zeese eine materialreiche Studie vor, die die Vorteile quantitativen und qualitativen Vorgehens vereint. Er zeigt, dass das eigene politische Umfeld, zuallererst jedoch besonders die Verbandsmitglieder zu den Adressaten zählen. Dabei ist Information eine der Hauptfunktionen von Verbandszeitschriften. Konkreter politischer Einfluss hingegen wird nicht nur durch solcherlei Zeitschriften ausgeübt, sondern mithilfe verschiedener Instrumente und über unterschiedliche Kanäle. Deswegen kann letztlich nur ein indirekter politischer Einfluss von Verbandszeitschriften konstatiert werden, der aber mit Blick auf die klassische Funktion der Interessenartikulation durchaus bedeutsam ist.
Daniel Gerstenhauer (DG)
M. A., Sozialwissenschaftler, Doktorand, Universität Jena.
Rubrizierung: 2.331 | 2.333
Empfohlene Zitierweise: Daniel Gerstenhauer, Rezension zu: Jan Zeese: Die Macht der inneren Stimme. Marburg: 2008, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/30877-die-macht-der-inneren-stimme_36695, veröffentlicht am 26.08.2009.
Buch-Nr.: 36695
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M. A., Sozialwissenschaftler, Doktorand, Universität Jena.
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