/ 18.06.2013
Uwe Pörksen
Die politische Zunge. Eine kurze Kritik der öffentlichen Rede
Stuttgart: Klett-Cotta 2002; 199 S.; geb., 16,- €; ISBN 3-608-94055-3Nicht die laut tönende Rede im Wahlkampf, auch nicht das als Schaukampf inszenierte Vorzählen der längst bekannten Argumente im Plenarsaal sind der Untersuchungsgegenstand von Pörksen. Ihm geht es vielmehr um die Art Rede, in der das eigentlich Politische, das über den bloßen Machterhalt Hinausweisende, zum Vorschein kommt. Der zentrale Begriff der freien Rede zielt dabei auf solche Worte, in denen die Autonomie des Politischen gegen die "gesellschaftlichen Großmächte" (18) Naturwissenschaft, Technik, Wirtschaft, Medien, Meinungsforschung und Parteien behauptet bzw. wieder erfunden wird. Der Autor analysiert, wie verschiedene, mehr oder weniger prominente Reden aufgrund ihres Aufbaus und ihrer Sprache politische Wirkungsmacht entfalteten oder aber diese verfehlten. Maßstab ist ihm dabei die ältere Rhetorik, die sich als Handlungslehre verstehe, im Gegensatz zur heutigen, die vorwiegend Wirkungslehre sei.
Inhalt: I. Die fehlende Autonomie des Politischen; II. Was ist eine freie Rede?; III. Realpolitik der Macht und realistischer Idealismus; IV. Das Wort - der David unter den Medien; V. Ebenen und Spielräume der Redehandlung; VI. Orientierung, Rechtsordnung, Zukunftsentscheidung. Die drei Handlungsbezirke der politischen Rede; Schlußsatz - Autonomie der Politik und Öffentlichkeit.
Wolfgang Wagner (WW)
Diplom-Kaufmann, Dr. rer. pol., Politologe, Gütersloh.
Rubrizierung: 2.333
Empfohlene Zitierweise: Wolfgang Wagner, Rezension zu: Uwe Pörksen: Die politische Zunge. Stuttgart: 2002, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/17232-die-politische-zunge_19826, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 19826
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Diplom-Kaufmann, Dr. rer. pol., Politologe, Gütersloh.
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