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/ 21.06.2013
Siegfried Weischenberg / Maja Malik / Armin Scholl

Die Souffleure der Mediengesellschaft. Report über die Journalisten in Deutschland

Konstanz: UVK Verlagsgesellschaft mbH 2006; 315 S.; brosch., 19,90 €; ISBN 978-3-89669-586-4
Wo es um Einflüsse auf Politik und Gesellschaft geht, ist oft von „den“ Medien die Rede, die ebenso pauschal für Missstände verantwortlich gemacht werden wie „die“ Politik. Die kommunikationswissenschaftliche Studie beleuchtet in umfassender Weise die Arbeit deutscher Journalisten auf der Grundlage eines repräsentativen Samples. Durch zahlreiche Vergleiche mit den Ergebnissen der ersten Studie von 1993 beschreiben die Autoren den Wandel des Berufs in all seinen Facetten. Ausgehend von zentralen Diskussionsthesen (z. B. zum Verhältnis von Journalisten zu politischen Akteuren) und wissenschaftlichen Theorien klopfen sie die journalistische Realität ab. Die Autoren teilen die deutschen Journalisten in drei Gruppen: „Alphatiere“ mit besonders hohem medialen Einfluss, Angestellte und leitende Redakteure als „Mainstream“ sowie eine dritte Gruppe von Amateuren oder Teilzeitjournalisten, die von einer ausschließlich journalistischen Tätigkeit nicht leben können (183). Gefragt wurde u. a. nach Strukturdaten (Mediensparte, Ressort usw.), Arbeitszeiten, Sozialisation, Einflüssen auf die eigene Arbeit, Publikumsbild und politischen Einstellungen. Journalisten neigen offenbar in zunehmender Form dazu, sich an anderen Journalisten zu orientieren. Der gestiegene ökonomische Druck prägt deren Arbeitswelt und Erzeugnisse, und nicht zuletzt haben die durch das Internet hervorgegufenen Veränderungen in der Medienwelt auch den Journalismus-Begriff erweitert – oder, je nach Betrachtungsweise, ungenauer werden lassen. Das Buch muss aufgrund seines einzigartigen empirischen Datenmaterials als Standardwerk zur Lage des deutschen Journalismus bezeichnet werden, das Forscher, Journalisten und nicht zuletzt wegen seines unterhaltsamen, sehr lesbaren Stils auch „gewöhnliche“ Medienrezipienten bereichert. Wer wissen will, wie es wirklich in „den“ Medien aussieht, bekommt in diesem Buch wesentliche Antworten.
Dirk Burmester (DB)
Dr., Politikwissenschaftler, wiss. Angestellter der Freien und Hansestadt Hamburg.
Rubrizierung: 2.333 Empfohlene Zitierweise: Dirk Burmester, Rezension zu: Siegfried Weischenberg / Maja Malik / Armin Scholl: Die Souffleure der Mediengesellschaft. Konstanz: 2006, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/26754-die-souffleure-der-mediengesellschaft_31212, veröffentlicht am 25.06.2007. Buch-Nr.: 31212 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken
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