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/ 12.06.2013
Hanno Scholtz

Effiziente politische Aggregation. Demokratie neu denken im Zeitalter von Globalisierung, Individualisierung und Internet

Opladen: Leske + Budrich 2002 (Forschung Politikwissenschaft 176); XIII, 201 S.; kart., 22,90 €; ISBN 3-8100-3698-6
Diss. Berlin; Gutachter: H.-D. Klingemann. - One man, one vote - eine so einfache Regel könnte für eine komplizierte Zukunft nicht genug sein. Diese Überlegung stellt Scholtz, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Soziologischen Institut der Universität Zürich, an. Er hat deshalb das Modell einer „effizienten politischen Aggregation" entwickelt: Der Wähler kann seine Stimme zwischen verschiedenen Kandidaten, Parteien oder bei direktdemokratischen Entscheidungen prozentual aufteilen und damit gewichten. Im Ergebnis würde das Zustandekommen von politischen Entscheidungen transparenter, die Bürger besser als bisher beteiligt und damit die Politikverdrossenheit zurückgedrängt. Die Arbeit enthält damit nach eigener Einschätzung des Autors „einen Ansatz zur Reform demokratischer Prozesse und Institutionen, der mit einer gewissen Berechtigung als radikal bezeichnet werden kann" (181). Die „effiziente Aggregation" buchstabiere die Prinzipien, die in den herkömmlichen demokratischen Verfahren unvollständig umgesetzt würden, gründlicher. Inhaltsübersicht: 2. Prämissen: 1. Konzept: Wahrnehmung durch Muster; 2. Annahme: Musterbestätigung; 3. Definition: Politik und andere soziale Phänomene; 4. Lemma: Nachhaltigkeit als Norm. 3. Politische Aggregation: 1. Die Zentralität politischer Aggregation; 2. Eine Analyse des Aggregationsprozesses; 3. Ein Gesamtmodell politischer Aggregation; 4. Aggregation in der Demokratie; 5. Kriterien der Aggregation. 4. Probleme politischer Aggregation: 1. Individualisierung und Partitionierungszwang: Ineffiziente Aggregatoren; 2. Ineffiziente Elektoralkonstruktionen; 3. Der Wert der Stimme; 4. Informationsvermittlung im Zeitablauf. 5. Effiziente Aggregation: 1. Demokratie 2012: Eine Illustration; 2. Die Beschreibung des Verfahrens; 3. Praktische Aspekte; 4. Die Lösung der berühmten Paradoxa; 5. Eigenschaften effizienter Aggregation. 6. Probleme und Zukunft der Demokratie: Ein Essay: 1. Konsens und Transparenz; 2. Globalisierung und supranationale Institutionen; 3. Die Debatte um Parteireformen; 4. Inkrementelle Radikalität oder Die Zukunft der Demokratie.
Natalie Wohlleben (NW)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 2.225.41 Empfohlene Zitierweise: Natalie Wohlleben, Rezension zu: Hanno Scholtz: Effiziente politische Aggregation. Opladen: 2002, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/14210-effiziente-politische-aggregation_21831, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 21831 Rezension drucken
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